Rakuten: Gute PR geht anders

Rakuten: Gute PR geht anders

Verständlich, dass der japanische Marktplatzanbieter seine PR-Aktivitäten intensivieren will – wo er doch anvisiert, in Deutschland Amazon zu überholen und Marktführer zu werden. Aber wer in die Medien will, muss auch etwas zu sagen haben oder bereit sein, sich ein wenig in die Karten schauen zu lassen. Gerade Letzteres will Rakuten aber offenbar nicht - wie eine neue Pressemitteilung zu "internationalen Surf- und Kaufgewohnheiten" zeigt.

KJKlaus JankeRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Ohne besonderen Anlass (vom gestiegenen Mitteilungsdrang abgesehen) hat das Unternehmen gerade eine Informationssammlung zu den Shopping-Gewohnheiten in fünf Ländern veröffentlicht. Das Datenmaterial, wenn man es so nennen will, stammt von den Rakuten-Marktplätzen in USA, Großbritannien, Brasilien, Frankreich und Deutschland - eine  ergiebige Quelle, möchte man meinen.

Aber wir erfahren lediglich, dass die meisten Käufe abends und in den Mittagsstunden getätigt werden, dass die Amerikaner Käufe länger überdenken müssen als Briten, dass Brasilianer sich sehr schnell für mobile Endgeräte entscheiden, weil sie sich schon vorher kundig gemacht haben, und dergleichen mehr. Verwertbare Zahlen, Grafiken, Tabellen? Fehlanzeige. Dafür ein paar austauschbare Zitate von Rakuten-Managern: "Diese Ergebnisse zeigen, wie sehr E-Commerce ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden ist", wird Deutschland-Geschäftsführerin Beate Rank in den Mund gelegt. "Generell entscheiden sich Verbraucher immer noch wohlüberlegt und lassen sich gerade bei teureren Produkten etwas mehr Zeit. In bestimmten Fällen informieren sich Kunden allerdings bereits im Vorfeld und nutzen die Vielfalt des Internets und der sozialen Netzwerke, um dann schnell und fundierte Entscheidungen zu treffen." Ach so.

Zugegeben: Gegen ein paar launige Beobachtungen zu nationalen Eigenheiten beim Onlineshopping ist - gerade im Sommerloch - nichts einzuwenden. Und im Feld der täglichen PR-Schwemme befindet sich die Meldung vom Informationswert immerhin noch im Mittelfeld. Schade nur, dass Rakuten die Chance vergibt, aus seinem Datenstamm wirklich etwas Substanzielles zur E-Commerce-Diskussion beizutragen. Die Branche ist sehr neugierig auf Rakuten - aber ein bisschen gehaltvoller darf's schon sein.

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KJ
Geschrieben vonKlaus Janke

Redakteur

Klaus Janke ist freier Autor und Journalist mit dem Schwerpunkt Marketing und Medien. Daneben betreut er Corporate-Publishing-Projekte. Von 2000 bis 2008 arbeitete er für HORIZONT, zunächst als Ressortleiter Internet, dann als Ressortleiter Marketing. Davor war er unter anderem für die „WAZ“, für „Prinz“, seine eigene PR-Agentur und als Chefredakteur für das „Journal Frankfurt“ aktiv. Klaus Janke lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und bloggt unregelmäßig auch hier: www.jankesbuntewelt.com.

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