
Umsatz der Baur Gruppe steigt um gut 23 Prozent
Ob Versandhandel, Kaufhaus oder Fulfillment: Die zur Otto Group gehörige Baur Gruppe freut sich bei all ihren Handels- und Dienstleistungsaktivitäten über ein gutes Geschäftsjahr 2010/2011.
Baur Versand boomt
Besonders gut lief demnach die Kernmarke Baur Versand. Der auf die Sortimente Mode, Schuhe und Wohnen spezialisierte Versender habe im abgelaufenen Geschäftsjahr beispielsweise einen Möbelkonfigurator gestartet, mit dem Kunden Möbelstücke nach eigenen Vorstellungen gestalten und anfertigen lassen können.
Auch die Dienstleistungstochter Baur Fulfillment Solutions (BFS) habe sich "sehr positiv" entwickelt. Die Expansionskraft werde unter anderem durch zwei neue Service-Center-Standorte deutlich: Im Herbst 2010 wurde ein neues in Bayreuth eröffnet, im Mai 2011 ein Center in Neustadt bei Coburg.
Kaufhaus in Altenkunstadt
Das Kaufhaus "Kaufwelt Baur" in Altenkunstadt konnte demnach ebenfalls seine Umsätze steigern. Mit rund 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und rund 230 Mitarbeitern sei es das größte Mode- und Kaufhaus in Oberfranken. Der frühere "Katalog zum Anfassen" des Baur Versands führt heute ein eigenes Sortiment. Neu im stationären Handel sind die Shops des Soundspezialisten Bose sowie der Möbelmarke Bretz.
Der zur Baur Gruppe gehörende Schuhversand "I’m walking" mit Sitz in Burgkunstadt konnte demnach den Gesamtumsatz ebenfalls "deutlich" steigern; der Internethandel sei um 60 Prozent gewachsen und mache nun 82 Prozent aller Bestellungen aus. Der Onlinehändler hat derzeit rund 10.000 Modelle von rund 200 Markenherstellern im Sortiment.
Gutes erstes Jahr für Mirapodo.de
Auch mit dem im März 2010 gestarteten Onlineshop des Berliner Tochterunternehmens Mirapodo.de sind die Oberfranken zufrieden. Die Schuhauswahl betrage mittlerweile mehr als 16.000 Modelle von 372 Markenherstellern. Wie Onlinekonkurrent Zalando, der im Fernsehen kräftig die Werbetrommel rührt, bietet Mirapodo einen kostenfreien Versand und 100 Tage Rückgaberecht an. "Umsatz und Kundenbestand haben sich im ersten Geschäftsjahr sehr positiv entwickelt", meldet Baur.
Einen "wahren Umsatzsprung" habe unterdessen die österreichische Tochter Unito verzeichnen können. Dieses führen die Handelsmanager sowohl auf die gute Entwicklung der Marken Universal und Otto Österreich als auch auf die nach der Arcandor-Insolvenz übernommenen und reaktivierten Marken Quelle Österreich, Quelle Schweiz und Ackermann (Schweiz) zurück.
Die Baur Gruppe
Als Beteiligung der Otto Group umfasst die Baur Gruppe zwölf Unternehmen mit Schwerpunkten auf Handel und handelsnahen Dienstleistungen. Am Ende des Geschäftsjahres 2010/2011 beschäftigte die Baur Gruppe insgesamt 4.518 Menschen, im Jahr zuvor waren es 3.899 Beschäftigte. In Österreich und in der Schweiz agiert die Gruppe über ihre Tochter Unito mit Marken wie Universal, Otto Österreich, Quelle Österreich, Quelle Schweiz und Ackermann.
Das starke Wachstum fordert allerdings auch starke Investitionen. So wurden beispielsweise im Juni 2010 eine 22.500 Quadratmeter große Lagerfläche in Grub am Forst und im Januar 2011 eine 30.000 Quadratmeter große Lagerfläche in Sonnefeld in Betrieb genommen, die inzwischen auf 60.000 Quadratmeter verdoppelt wurde.
Auch am Stammsitz im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels hat die Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr kräftig investiert: So wurden am Standort Altenkunstadt rund vierzig Millionen Euro und am Standort Weismain rund sieben Millionen Euro in die Logistik investiert. Darüber hinaus investierte die Gruppe in Altenkunstadt rund 1,9 Millionen Euro für Lärmschutzmaßnahmen und rund 2,2 Millionen Euro in ein neues Druckzentrum.
"Im aktuellen Geschäftsjahr konsolidieren wir das Wachstum des vergangenen Jahres", lautet dementsprechend der Ausblick des Baur-Chefs Marc Opelt. "Aus diesem Grund prognostiziere ich für das kommende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich."
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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