Verbraucherministerin Aigner kritisiert Handel

Verbraucherministerin Aigner kritisiert Handel

Aufgrund der Preiskämpfe im Lebensmittelhandel sorgt sich die Bundesministerin für Landwirtschaft Ilse Aigner um die Qualität der Produkte - und rechnet mit steigenden Preisen.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Meine Sorge ist, dass der Konkurrenzkampf der großen Discounter irgendwann zulasten der Qualität und damit zulasten der Kunden geht", so die Ministerin. Zudem erwartet Aigner angesichts der Ernteausfälle bei Getreide steigende Nahrungsmittelpreise.

"Ich denke, in einigen Bereichen kann es durchaus zu Preissteigerungen kommen", sagte sie der "Bild am Sonntag". Auch bei Grundnahrungsmitteln sei es denkbar, dass das Preisniveau etwas steige.

Preisaufschläge bei Brot und Brötchen

Bei Brot und Brötchen seien aber allenfalls geringe Preisaufschläge zu erwarten: "Der Anteil des Mehls am Brötchenpreis liegt bei etwa zwei Cent. Selbst wenn sich der Mehlpreis verdoppeln würde - was kaum vorstellbar ist - dürfte der Preisaufschlag also minimal sein", erklärte Aigner.

Allerdings seien die Getreideschäden in einigen Gebieten Deutschlands schon jetzt extrem ausgeprägt. Schuld sei besonders der nasse und kalte Frühling: "Oft sind die Wurzeln nicht tief genug heruntergewachsen, um später in Trockenphasen noch Wasser aufnehmen zu können." In der Folge verkümmere das Korn. "Die Entwicklung ist drastischer als in den vergangenen Jahren und kann sicherlich Auswirkungen auf den Markt haben", fügte sie hinzu.

Keine Versorgungsengpässe, trotz Ertneausfällen

Angst vor knapp werdenden Lebensmitteln müsse aber niemand haben: "Es wird keine Versorgungsengpässe geben." 2009 sei ein besonders ertragsreiches Jahr gewesen, "und die Lager sind noch immer voll".

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner hatte in der vergangenen Woche von Ernteausfällen zwischen 20 und 30 Prozent gesprochen. Eine gut gewachsene Getreideernte sei vielerorts regelrecht verbrannt. Auf die Backwarenpreise werde dies aber kaum durchschlagen, da der Anteil des Getreidepreises am Ladenpreis bei nur vier Prozent liege.

Von den Verbrauchern verlangt Aigner mehr Wertschätzung für Lebensmittel: "Wer sehr viel Geld für Autos, Markenklamotten und Handys ausgibt, sollte auch bei Lebensmitteln mehr auf die Qualität achten."

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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