
Verdacht auf Dumpinglöhne: Razzien bei Kaufland und Netto
Zollfahnder haben Logistik-Standorte und Büroräume von Kaufland und Netto durchsucht. Es geht um den Verdacht der Unterschreitung von Mindestlöhnen für Zeitarbeiter.
Thomas RehmRedakteurWerksverträge im Visier
Angeblich praktizieren die Händler eine umstrittene Regelung, wonach mit den Beschäftigten keine Zeitarbeits-, sondern sogenannte Werkverträge abgeschlossen werden. Kritiker behaupten, dadurch sei es grundsätzlich möglich, den Mindestlohn zum Teil erheblich zu unterschreiten und Sozialbeiträge zu hinterziehen.
Kaufland weist einen entsprechenden Verdacht zurück. Auch Kaufland-Angestellte mit einem Werkvertrag erhielten den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 8,50 Euro samt Zuschlägen. Diese Regelung wurde im März 2011 eingeführt.
Netto schreibt in einer Stellungnahme: "Das Hauptzollamt führt in Zusammenhang mit Dienstleistern regelmäßig unangemeldete Kontrollen vor Ort durch. Diese Kontrollen fanden heute bundesweit bei weiteren Firmen als auch an vier unserer Standorte statt."
"Grundsätzlich haben sich aus den Untersuchungen der Vergangenheit keine weiteren Ermittlungen ergeben. Zu den heutigen Untersuchungen liegen uns zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Erkenntnisse vor. Beanstandungen sind nicht bekannt."
Netto stand schon im September 2010 unter Verdacht, Dumpinglöhne zu zahlen. Damals stand die Zusammenarbeit mit dem Logistikunternehmen Headway in der Kritik.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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