Verdi droht Amazon mit Weihnachtsstreik

Verdi droht Amazon mit Weihnachtsstreik

Im Tarifstreit mit Amazon droht die Gewerkschaft Verdi nun mit Streiks im Weihnachtsgeschäft. Abwanderungsgerüchte dementiert das Unternehmen, plant jedoch Standorte in Polen. (Aktualisiert)

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Verdi will die Aufnahme von Tarifverhandlungen und die Bezahlung der Mitarbeiter zu den Konditionen des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Amazon lehnt das ab. Der US-Versandriese orientiert sich nach eigenen Angaben an der Logistikbranche. Die Verdienste bei Amazon lägen am oberen Ende dessen, was in der Logistik üblich sei.

Keine Verlagerung der Logistik-Standorte nach Osteuropa

Das Unternehmen sieht nach eigenen Angaben für Kunden und Mitarbeiter keinen Vorteil in einem Tarifabschluss. Medienberichte über eine Verlagerung von Logistikzentren aus Deutschland nach Osteuropa hatte der weltweit größte Online-Händler in der vergangenen Woche  zurückgewiesen. Sie seien "völlig falsch", erklärte eine Sprecherin. "Es gibt keine Pläne, bestehende Amazon Logistik-Standorte in Europa zu schließen oder in andere Länder zu verlegen."

Amazon prüfe aber angesichts des andauernden Wachstums ständig Möglichkeiten zum Aufbau zusätzlicher Kapazitäten. Zuletzt seien Pläne für zwei neue Logistikzentren in Europa bekanntgegeben worden - in Brieselang bei Berlin sowie in Frankreich. In Brieselang sollen über die nächsten drei Jahre 1.000 dauerhafte und bis zu 2.000 saisonale Stellen geschaffen werden. Das sei ein Bekenntnis zum Standort Deutschland.

Amazon plant drei Logistik-Standorte in Polen

Am heutigen Montag kündigte der Online-Händler allerdings Pläne für drei große neue Logistikzentren in Polen an. Sie sollen binnen drei Jahren jeweils rund 2.000 Arbeiter sowie in Stoßzeiten jeweils 3.000 saisonale Beschäftigte haben, teilte Amazon am Montag mit. Zwei Standorte sollen bis August 2014 öffnen, der dritte Mitte 2015. Das Unternehmen betonte aber erneut, dass es nicht um eine Verlagerung von Logistik-Standorten aus Deutschland gehe.

Ziel sei der Ausbau des gesamten europäischen Geschäfts, betonte der für Europa zuständige Amazon-Manager Tim Collins. Polen sei wegen der günstigen geografischen Lage, der guten Anbindung und einer "großartigen Beschäftigten-Basis" ausgesucht worden, erklärte das Unternehmen. Der polnische Wirtschaftsminister Janusz Piechocinski nannte die Investition einen "Meilenstein" für das polnische Wirtschaftswachstum.
 
Der Online-Handel hat auch in Polen in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Eine polnische Amazon-Tochter gibt es aber bislang nicht. Die neuen Logistikzentren werden zunächst hauptsächlich Kunden von Amazon.de bedienen und erst später Nutzer von allen europäischen Websites, erklärte Amazon.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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