
Verdi: Neckermannchef Koopmann agiert kontraproduktiv
Nachdem Neckermannchef Koopmann Bedenken über die Zukunft des Versenders geäußert hatte, bekommt er nun Tadel von der Gewerkschaft. Laut Verdi gibt es Interessenten für das Unternehmen.
David WöllensteinRedakteurNeckermann-Chef Koopmann hatte der "Wirtschaftswoche" gesagt, dass es der Versandhändler aus eigener Kraft nicht mehr schaffen könne. Die vorläufige Insolvenz habe dem Unternehmen aber nur kurzfristig geschadet.
Einzelne Hersteller liefern nicht mehr
Nach einem drastischen Rückgang der Bestellungen um bis zu 66 Prozent zu Beginn habe unter anderem die selbstironische Werbekampagne die Kunden beruhigt. Auf der Website hatte Neckermann Slogans gezeigt wie "Sie haben momentan kein Geld in der Kasse? Wir wissen, wie sich das anfühlt." Inzwischen lägen die Bestellungen nur noch rund 13 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Das Unternehmen bestätigte den Rückzug einzelner Vertriebspartner, die zuvor über die Neckermann-Plattform ihre Waren verkauft hatten. Aus Furcht vor Zahlungsausfällen haben sie Sortimente ganz herausgenommen oder ausgedünnt. Rund ein Fünftel des Umsatzes macht Neckermann.de über diese für den Kunden auf der Website nicht unmittelbar erkennbaren Vertriebspartnerschaften.
In dem schlingernden Frankfurter Traditionsunternehmen geht es um die Zukunft von 2400 Beschäftigten. Neckermann.de gehört dem US-Investor Sun Capital, der nach langfristigen Verlusten nicht mehr zu weiteren Zuschüssen bereit war. Insolvenzverwalter Frege äußerte sich nicht zum Fortgang des Verfahrens.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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