In Bad Hersfeld sind rund 3.300 und in Leipzig etwa 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Bei einer Urabstimmung hatten sich 97,6 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder bei Amazon in Bad Hersfeld für den Arbeitskampf ausgesprochen. Zuvor hatten bereits Anfang April 97 Prozent der teilnehmenden, gewerkschaftlich organisierten Amazon-Mitarbeiter für einen Streik in Leipzig gestimmt.
Verdi: Amazon soll Tarifvertrag für Einzel- und Versandhandel anwenden
Zu Warnstreiks war es an beiden Amazon-Versandlagern in Bad Hersfeld am 9. April gekommen. Wie viele Mitarbeiter sich an den Arbeitsniederlegungen beteiligen werden, konnte Verdi-Streikleiter Reimann zunächst nicht sagen. "Wir sind aber sehr zuversichtlich, die Betriebsabläufe empfindlich beeinträchtigen zu können." Verbraucher müssten damit rechnen, dass Bestellungen womöglich langsamer als üblich kommen.
Das Unternehmen erklärte dagegen: "Amazons Versandzentren sind Logistikunternehmen, die Kundenbestellungen ausführen. Mitarbeiter der deutschen Logistikzentren liegen mit ihrem Einkommen am oberen Ende dessen, was in der Logistikindustrie üblich ist." Bei dem Standort in Bad Hersfeld handle es sich um ein reines Versandzentrum. "Unsere Mitarbeiter dort leisten logistische Tätigkeiten - Kommissionierung, Verpackung und Versendung von Waren."
Das in der Öffentlichkeit eher zurückhaltende, amerikanische Unternehmen stand zuletzt mehrfach im Fokus: Zu Jahresbeginn war Amazon in Deutschland wegen der Behandlung von Leiharbeitern in die Kritik geraten. Auslöser war eine TV-Dokumentation.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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