
Verseuchter Käse: Ermittlungen gegen Lidl
Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat wegen mehrerer Todesfälle nach dem Verzehr von verseuchtem Käse Ermittlungen gegen den Discounter Lidl eingeleitet.
Thomas RehmRedakteurDie Europäische Union hatte demnach über ihr Frühwarnsystem am 22. Januar vor dem Produkt gewarnt. Einen Tag später habe Lidl zwei Käsesorten zurückgerufen und die Kunden gewarnt, "aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes" den Käse nicht zu essen.
Lidl sichert Unterstützung zu
Drei Wochen später habe der Discounter in einer weiteren Mitteilung dazu geraten, "diese Produkte keinesfalls zu verzehren". Das zuständige Verbraucherschutzministerium in Baden-Württemberg reagierte erst daraufhin. Nach dem ersten Rückruf habe ein Verbraucher aus Hessen den Käse gegessen und sei an den Folgen gestorben.
Lidl unterstützt die Aufklärung des Sachverhalts durch die Behörden nach eigenen Angaben in vollem Umfang und habe dazu alle vorliegenden Informationen und Dokumente an die zuständigen Behörden weitergeleitet.
Das Robert Koch-Institut habe das Unternehmen am 16. Februar 2010 erstmals über den "naheliegenden Zusammenhang" zwischen den Listerieninfektionen und den damals zwei Todesfällen in Deutschland in Kenntnis gesetzt. "Daraufhin haben wir den umfassenden Produktrückruf vom 23. Januar 2010 noch am selben Tag erneuert", hieß es in einer Stellungnahme des Handelsunternehmens.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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