
Visa peilt 34 Millionen V-Pay-Karten an
Immer häufiger werden V-Pay-Karten an der Ladenkasse gesichtet: Das Debitkartenprodukt von Visa bahnt sich seinen Weg im deutschen Kartenmarkt. Der Marktanteil des Konkurrenzprodukts zur EC-Maestro-Karte steigt kontinuierlich.
Postbank als größter Emittent
Die Postbank ist der größte deutsche V-Pay-Emittent. Darüber hinaus setzen Volks- und Raiffeisenbanken über DZ Bank und WGZ Bank, die BW-Bank, die Landesbank Berlin, die Sparkasse Jena und Sparkasse Niederbayern auf das Debitprodukt von Visa.
Der Grund für die zunehmende Ausgabe von neuen Karten liegt laut Visa Deutschland-Chef Ottmar Bloching unter anderem in dem massiven Anstieg von Betrugsfällen durch das Ausspähen (Skimming) und Kopieren des girocard-Magnetstreifens an deutschen Geldautomaten. Die V-Pay-Karte verhindere den Betrug durch Skimming, da die Chip-und-PIN-Technologie Verluste durch den Einsatz von illegalen Kartendubletten am Geldautomaten unmöglich mache.
"Mit V-Pay werden alle sicherheitsrelevanten Zahlungstransaktionen per Chip und PIN abgewickelt. Lediglich Zusatzservices wie Kontoauszugsdrucker oder Türöffner bleiben magnetstreifenbasiert", erläutert Bloching. Seit der Produkteinführung von V-Pay im Jahr 2007 sei kein einziger Betrugsfall durch Skimming in Europa berichtet worden, betont der Visa-Deutschland-Chef.
Eine Frage der Sicherheit und des Einflusses
Europaweit ist derzeit laut Visa die Ausgabe von 63 Millionen V-Pay-Karten zugesagt. "Banken betrachten den Magnetstreifen als ein Auslaufmodell - und sehen die Zukunft in rein chipbasierten Bezahlverfahren", sagt Jutta Müller-Liefeld, Vice President V-Pay Marketing bei Visa Europe.
Neben dem Sicherheitsaspekt dürfte für vielen Banken jedoch auch die Unabhängigkeit vom Maestro-Verfahren des Kreditkartenunternehmens Mastercard eine Rolle bei der Entscheidung für den Wechsel zu V-Pay gespielt haben.
Während Visa Europe stets betont, eine "Non-Profit-Organisation" der Mitgliedsbanken zu sein, ist Mastercard ein börsennotiertes Unternehmen, auf dessen Gebührenpolitik und Geschäftsstrategie die lizenznehmenden Banken deutlich weniger Einfluss besitzen.