Nun vermittelt die Bundesregierung doch im Streit um die Karstadt-Mieten: Bundesarbeitsministerin von der Leyen intensiviert ihre bisherigen Aktivitäten. Der italienische Kaufhausmogul Borletti kritisiert abermals das Rettungskonzept von Berggruen.
Von der Leyen beschäftigt sich schon seit Monaten mit Karstadt. Die Gewerkschaft Verdi, Highstreet und Berggruen hätten den Austausch mit ihr gesucht, berichtete die Ministerin Ende Juni, als sie in Berlin verkündet hatte, die Rettung von Karstadt sei greifbar nahe.
Brüderle wollte nicht vermitteln
Doch das große Problem von damals ist auch heute nicht vom Tisch: Ohne eine Einigung zwischen Berggruen und Highstreet ist der Kaufvertrag unwirksam, und das Essener Amtsgericht kann den Insolvenzplan für den Warenhauskonzern mit 25.000 Beschäftigten nicht annehmen. Berggruen hatte bereits die Politik um Vermittlung gebeten, von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) jedoch eine Abfuhr erhalten.
Borletti, dem rund 160 Kaufhäuser gehören, bezweifelt die Tragfähigkeit von Berggruens Rettungskonzept. "Bisher sind es doch Vermieter, Mitarbeiter und Lieferanten, die den Hauptbeitrag zur Sanierung leisten sollen. Und dann verweigert er immer noch eine Garantie, dass er den Konzern zumindest in den nächsten fünf Jahren zusammen halten will."
Der Italiener forderte von Berggruen Zugeständnisse. "Das liegt nicht in unserer Hand. Insgesamt verzichten wir auf deutlich mehr als 400 Millionen Euro an Mietzahlungen von Karstadt. Jetzt ist Herr Berggruen am Zug."
Borletti hatte schon vor Wochen in einem Brief an von der Leyen die Warenhauskompetenz von Berggruen bezweifelt. Die Ministerin sagte daraufhin: "Es ist nicht Aufgabe der Politik, Konzepte zu bewerten."
dpa, DH
