Der deutsche Einzelhandel investierte im vergangenen Jahr 0,82 Prozent seines Umsatzes (3,5 Milliarden Euro) in Anti-Diebstahlmaßnahmen. Rechnerisch "zahlte" daher jeder Deutsche 2013 eine "Diebstahl-Steuer" von 87 Euro, heißt es in der Studie.
Nicht überraschend: Hauptursache für Warenschwund bleibt der Ladendiebstahl. Demnach stehen Langfinger für 37,6 Prozent der Verluste. Fast genauso hoch schlagen die Kosten durch unehrliche Mitarbeiter (35,4 Prozent) zu Buche, gefolgt von administrativen Fehlern (22,1 Prozent) und unehrlichen Lieferanten (4,9 Prozent).
Lieblingsbeute: Klein, teuer und hoher Wiederverkaufswert
Gestohlen wird, was klein und teuer ist und einen hohen Wiederverkaufswert hat. Und das sind vor allem Modeaccessoires und Schmuck, Elektrowerkzeuge, Mobiltelefone und -zubehör sowie Make-up-Artikel. Aber auch Weine, Spirituosen, Frischfleisch und Delikatessen sind gern gemacht Beute, schreiben die Studienautoren.
Das bevorstehende Weihnachtsgeschäft erweist sich dabei für den Handel als Hochphase des Warenschwunds. 63 Prozent der europäischen Einzelhändler geben an, in der Weihnachtszeit den höchsten Warenschwund festzustellen.
Schaden entsteht laut Studie nicht nur durch gestohlene Waren, sondern auch durch eine fehlende Warenverfügbarkeit. "Sobald im Regal eine Lücke klafft, können die Wünsche der Kunden nicht mehr erfüllt werden und dem Händler entgeht zusätzlicher Umsatz", erklärt Warenschwundexperte Hans-Jürgen Nausch von Checkpoint Systems. Für den stationären Einzelhandel sei eine hohe Warenverfügbarkeit gerade in Zeiten eines zunehmenden Internethandels erfolgsentscheidend, um die Kunden über ein positives Einkaufserlebnis an sich binden zu können.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
Alle Beiträge