
Vor Weihnachten regiert die Kauf-Unlust
Studien über das Ausgabeverhalten der Deutschen zu Weihnachten gibt es regelmäßig. Die Beträge in den Prognosen schwanken stets. Doch eine Tendenz für 2014 gibt es: das Geld sitzt weniger locker.
Thomas RehmRedakteurTendenziell richtig
"In der Tendenz lagen die Umfragen in den vergangenen Jahren immer richtig", sagt Ernst-&-Young-Handelsexperte Harms. Absolut sei der Ausschlag nach oben oder unten dann aber meist weniger stark ausgefallen. "Die Ausgabeplanungen sind natürlich nicht bindend", räumt ein Sprecher der GfK ein. Auch das Nürnberger Marktforschungsinstitut befragt die Menschen, wie viel Geld sie in Weihnachtsgeschenke stecken wollen. Die Ergebnisse liegen Ende November vor.
Tatsächlich bewahrheiteten sich die Prognosen im vergangenen Jahr zunächst nicht: Ungemütliches Wetter und teils eisige Temperaturen sorgten im Advent für lange Gesichter bei den Händlern. Im Januar vermeldete der Handelsverband Deutschland (HDE) für November und Dezember nur einen leichten Anstieg im Weihnachtsgeschäft von 0,3 Prozent. Sowohl GfK-Konsumklima als auch der Verband selbst hatten deutlicheres Plus vorhergesagt.
"Das ist nur eine technische Frage", erklärt Olaf Roik, Chefvolkswirtschaft des HDE. "In den vergangenen Jahren wurden die Zahlen immer nach oben korrigiert." So auch für 2013. Inzwischen liege das verzeichnete Plus bei 1,9 Prozent - also sogar über dem Wert, den der Verband im vergangenen Jahr vorhergesagt hatte, so Roik.
HDE-Prognose wird nächste Woche veröffentlicht
Die Meldung des Verbands im Januar basiert auf vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Die Statistikbehörde sammelt Daten von Unternehmen ein. Fehlt eine Meldung, wird geschätzt. Bis zu 24 Monate arbeitet das Statistische Bundesamt mit vorläufigen Daten. Am Ende sah das Weihnachtsgeschäft also doch gar nicht so schlecht aus.
Und dieses Jahr? Seine eigene Prognose will der HDE am kommenden Dienstag (11. November) veröffentlichen. Dafür werden fünf Mal 500 Unternehmen befragt. "Wir sehen diverse Risiken in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung", sagt Roik. Die Rahmenbedingungen für den Konsum seien aber gut, die Einkommen beispielsweise gestiegen.
Also doch keine Kauf-Unlust in Sicht? "Schnee und Kälte oder besonders schönes Wetter kurz vor Weihnachten können am Ende den Ausschlag geben", sagt Ernst & Young-Experte Thomas Harms. "So banal kann das manchmal sein."
Ob das allerdings so eintritt, wird sich wohl erst wieder irgendwann im Laufe des kommenden Jahres zeigen. Wenn die Statistiken abschließend ausgewertet wurden - und die ersten schon wieder über ihre nächsten Weihnachtsgeschenke nachdenken.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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