
Wehmeyer bekommt einen indischen Besitzer
Der indische Textilunternehmer Rajive Ranjan hat die insolvente Modekette Wehmeyer übernommen. Mit ehrgeizigen Plänen - und neuer Gehaltsstruktur.
Thomas RehmRedakteur15 Millionen Euro für Modernisierung
Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Ranjans Unternehmen Techno Lifestyle mit deutschem Sitz in Willich bei Düsseldorf kauft Stoffe ein und lassen sie in Asien zu Kleidung verarbeiten, etwa für Metro, Kaufhof oder WalMart. Eigene Fabriken besitze seine Firmengruppe nicht, erklärte der Investor. Die Techno Group ist unter anderem in Hongkong, China, Indien und Vietnam vertreten. Zum Umsatz der Gruppe machte Ranjan keine Angaben.
Wehmeyer werde den Anteil von Eigenmarken von 50 auf 60 Prozent der Ware ausbauen, denn hier sei die Gewinnmarge höher, sagte Geschäftsführer Serge Brugger. In den nächsten zwei Jahren will Ranjan bis zu 15 Millionen Euro investieren, um die Verkaufsflächen zu modernisieren.
Neue Gehaltsstruktur
Für die Beschäftigten werde eine neue Gehaltsstruktur geplant, die teilweise erfolgsabhängige Einkommen vorsehe, ergänzte Brugger: "Eine erfolgsorientierte Kultur ist wesentlicher Bestandteil der künftigen Strategie."
Die Aachener Wehmeyer GmbH & Co. KG hatte Anfang Juli einen Insolvenzantrag gestellt. Als Gründe wurden das schwierige Marktumfeld und das zurückhaltende Konsumverhalten in Deutschland genannt.
Im vergangenen Jahr hatte Wehmeyer zwölf Millionen Euro operativen Verlust verbuchen müssen. Zum 1. November wurde auch bei der ebenfalls früher zu KarstadtQuelle zählenden Textilkette SinnLeffers das Insolvenz-Verfahren eröffnet. SinnLeffers darf sich demnach in Eigenregie sanieren.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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