
Zukunft der "Schleckerfrauen" weiter ungewiss
Am Donnerstag wird sich entscheiden, ob die entlassenen Mitarbeiter der Drogeriemarktkette Schlecker in einer Transfergesellschaft aufgefangen werden. Vertreter der Bundesländer wollen erneut über die notwendige Bürgschaft beraten.
Björn BöerChefredakteurSachsen-Anhalt will nicht mitziehen
In einer Transfergesellschaft würden die Schlecker-Mitarbeiter, die zu einem Großteil Frauen sind, bis zu einem Jahr lang einen Großteil ihres Gehalts weiterbekommen und gleichzeitig für Bewerbungen geschult. Doch obwohl Vertreter der 16 Bundesländer am Montag bereits eine grundsätzliche Einigung über die nötige Bürgschaft von 71 Millionen Euro getroffen hatten, ist nicht sicher, wie stark sich die einzelnen Länder beteiligen und ob überhaupt alle Bundesländer mitziehen.
Sachsen-Anhalt wird sich daran vermutlich nicht beteiligen. Eine Transfergesellschaft sei angesichts der über das ganze Land verteilten Schlecker-Filialen nicht zielführend, sagte CDU-Landesfraktionschef André Schröder am Mittwoch in Magdeburg.
Auch der Bund der Selbständigen Baden-Württemberg wandte sich gegen eine Transfergesellschaft. "Bei allem Verständnis für die gut gemeinte politische Hilfe, sollte die Politik auch bedenken, welche Botschaft mit dem Engagement einhergeht", sagte Verbandschef Günther Hieber. Dadurch würde erneut das Bild verstärkt, dass nur den Großen geholfen werde.
Verdi mahnte hingegen eine schnelle Einigung an. "Die Zeit läuft uns davon", sagte die Sprecherin. Die Schlecker-Beschäftigten müssten endlich wissen, was auf sie zukommt.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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