Kundin wählt im Supermarkt zurückhaltend Produkte aus, sinkendes Konsumklima
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Volles Sparschwein, weniger Konsum

Das Konsumklima in Deutschland sinkt im August weiter auf minus 29,6 Punkte, teilt NielsenIQ.com mit. Der Rückgang um 0,3 Zähler gehe vor allem auf gedämpfte Einkommenserwartungen und eine gestiegene Sparneigung zurück. Diese steige um 3,1 auf 17 Punkte und liege damit weit über dem Zehn-Jahres-Schnitt. Die Anschaffungsneigung ziehe zwar auf minus 9,9 Punkte an, bleibe somit aber immer noch verhalten.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
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Konsumklima bleibt auf niedrigem Niveau

Das Konsumklima in Deutschland gibt für August 2026 erneut leicht nach. Der Indikator sinkt um 0,3 Zähler auf minus 29,6 Punkte, nach revidiert minus 29,3 Punkten im Vormonat. Das geht aus dem NIM Consumer Climate powered by GfK hervor, über das auch NielsenIQ.com berichtet. Damit bleibt die Verbraucherstimmung auf einem deutlich gedämpften Niveau, obwohl sich einzelne Teilindikatoren etwas verbessern.

Belastend wirken vor allem die wieder schwächeren Einkommenserwartungen und eine höhere Bereitschaft der Haushalte, Geld zurückzulegen. Die Einkommenserwartungen fallen nach einer Phase schrittweiser Erholung um 2,3 Punkte auf minus 14,5 Punkte. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher blicken damit weiterhin eher pessimistisch auf ihre finanzielle Lage in den kommenden zwölf Monaten.

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Sparneigung: Sie steigt um 3,1 Punkte auf 17 Punkte. Im langfristigen Vergleich ist das ein sehr hoher Wert, denn der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre lag bei rund minus 24 Punkten. Die Zahlen deuten darauf hin, dass viele Haushalte angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage Vorsicht walten lassen und Konsumausgaben zurückstellen.

Etwas stabilisierend wirkt die Anschaffungsneigung. Sie verbessert sich um 3,5 Punkte auf minus 9,9 Punkte. Damit beurteilen Verbraucher den Zeitpunkt für größere Anschaffungen etwas günstiger als im Vormonat. Von einer breiten Konsumerholung kann dennoch keine Rede sein: Die Kaufbereitschaft bleibt insgesamt verhalten und wird weiterhin durch Unsicherheiten begrenzt.

Auch die Konjunkturerwartungen hellen sich leicht auf. Der entsprechende Indikator steigt zum dritten Mal in Folge, diesmal um 2,4 Punkte auf minus 6,3 Punkte. Der Pessimismus nimmt damit weiter ab, dennoch erwartet die Mehrheit der Verbraucher weiterhin eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage innerhalb der nächsten zwölf Monate. Hinzu kommen erneut etwas stärkere Inflationssorgen, nachdem die Kraftstoffpreise nach dem Auslaufen der Tankrabatt-Regelung Ende Juni spürbar gestiegen sind.

Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate bei NIM, fasst die Lage entsprechend zurückhaltend zusammen: Das Konsumklima bleibe weitgehend unverändert; zwar sei die Kaufbereitschaft moderat gestiegen, sie bleibe aber sehr gedämpft. Zugleich hätten sich die Einkommensaussichten leicht verschlechtert, während die Sparneigung wieder zugenommen habe. Die anhaltende Unsicherheit führe dazu, dass viele Haushalte bei Ausgaben vorsichtig blieben.

Die aktuelle Studie basiert auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt wurden. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 2. und 13. Juli 2026. Das Konsumklima gilt als Frühindikator für das private Konsumverhalten in Deutschland und wird aus den Juli-Werten für Einkommenserwartung, Anschaffungsneigung und Sparneigung berechnet. Für Handel und Konsumwirtschaft signalisiert der Befund: Eine spürbare Belebung der Nachfrage ist kurzfristig nicht absehbar.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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