Fachkraft prüft verschiedene Verpackungsmaterialien wegen neuer EU-Verordnung
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Verpackungsverordnung bleibt chaotisch

Der HDE klagt in einer Pressemitteilung über die weitreichenden Rechtsunsicherheiten, die mit dem heutigen Start der EU-Verpackungsverordnung einhergehen. Für viele Unternehmen blieben zentrale Fragen zu Zuständigkeiten und Pflichten weiterhin offen. Besonders bei der Klassifizierung von Verpackungsmaterialien ist Produzenten noch weitgehend unklar, wer letztlich für Lizenzierung und Konformitätserklärung hafte.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
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HDE kritisiert Rechtsunsicherheit bei neuer EU-Verpackungsverordnung

Zum Inkrafttreten der neuen EU-Verpackungsverordnung am 12. August warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor erheblichen praktischen Problemen für die Unternehmen. In einer Pressemitteilung beklagt der Verband weitreichende Rechtsunsicherheiten und offene Fragen, die trotz Leitlinien und mehrfach überarbeiteter FAQ der EU-Kommission nicht geklärt seien. Für viele Handelsunternehmen bleibe unklar, welche Zuständigkeiten sie künftig genau treffen und welche Pflichten sie in der Umsetzung rechtssicher erfüllen müssen.

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth kritisiert, die wiederholten Klarstellungsversuche der EU-Kommission hätten nicht zur Entlastung beigetragen, sondern neue Unklarheiten geschaffen. Unternehmen benötigten verlässliche und eindeutig umsetzbare Vorgaben, um ihre Prozesse anpassen zu können. Nach Einschätzung des Verbandes ist die Verordnung aktuell nicht so ausgestaltet, dass sie im operativen Alltag sicher angewendet werden kann. Gerade für den Einzelhandel entsteht damit ein zusätzlicher Druck, weil regulatorische Anforderungen greifen, während zentrale Auslegungsfragen weiterhin offen sind.

Besonders problematisch bewertet der HDE die Klassifizierung von Verpackungsmaterialien und die daran geknüpfte Zuordnung von Verantwortlichkeiten. Produzenten von Verpackungsmaterial könnten häufig nicht erkennen, welcher Verpackungsart ihr Rohmaterial am Ende zugerechnet werde. Daraus ergibt sich die zentrale Frage, wer letztlich für Lizenzierung und Konformitätserklärung verantwortlich ist. Nach Darstellung des Verbandes machen die Vorgaben der Kommission eine klare Verantwortungszuweisung nahezu unmöglich.

Mit Blick auf Kontrollen und Vollzug fordert der HDE daher, dass Behörden auf Bundes- und Landesebene die besonderen Herausforderungen der Unternehmen berücksichtigen. Der Verband sieht die Wirtschaft nicht als Verursacher der bestehenden Unsicherheiten und warnt davor, dass Betriebe für eine aus seiner Sicht mangelhafte Umsetzung der Verordnung in Haftung genommen werden. Genth spricht in diesem Zusammenhang von einer Verordnung, die durch die EU-Kommission „vermurkst“ worden sei.

Der Kern der Kritik reicht über einzelne Detailfragen hinaus: Die ursprünglich begrüßte Idee, Verpackungsvorschriften im EU-Binnenmarkt einheitlich zu gestalten, werde durch das aktuelle Umsetzungschaos geschwächt. Aus Sicht des HDE zeigt der Fall, dass europäische Gesetzgebung nur dann Wirkung entfalten kann, wenn sie in der Praxis funktioniert und rechtlich belastbar ist. Für Unternehmen bleibt damit vorerst entscheidend, wie schnell belastbare Klärungen folgen und ob der Vollzug die bestehenden Unsicherheiten angemessen berücksichtigt. Ohne rechtssichere Vorgaben droht die neue Verpackungsverordnung aus Sicht des Verbandes zu einem erheblichen Umsetzungsrisiko zu werden.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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