Mister Spex verbessert Ergebnis trotz rückläufiger Erlöse
Der Berliner Omnichannel-Optiker Mister Spex hat im ersten Halbjahr 2026 seine Profitabilität deutlich gesteigert, musste zugleich aber spürbare Umsatzverluste hinnehmen. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich laut Ad-Hoc-News.de um 65 Prozent auf 3,8 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Wert bei 2,3 Mio. Euro gelegen. Besonders das zweite Quartal trug zur operativen Erholung bei: Medienberichten zufolge erreichte Mister Spex hier ein bereinigtes EBITDA von 2,8 Mio. Euro, nach lediglich 0,3 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahresquartal.
Auf der Umsatzseite zeigt die Halbjahresbilanz jedoch ein deutlich schwächeres Bild. Die Erlöse sanken in den ersten sechs Monaten um zehn Prozent auf 87,9 Mio. Euro. Auffällig ist die Verschiebung zwischen den Kanälen: Das Online-Geschäft verlor 20 Prozent und kam auf 52,8 Mio. Euro, während die Filialen um zehn Prozent auf 35,1 Mio. Euro zulegten. Damit federt das stationäre Geschäft die Schwäche im digitalen Vertrieb ab und stützt die operative Entwicklung des Unternehmens.
Filialgeschäft gewinnt an Bedeutung
Die Entwicklung zeigt eine klare Zweiteilung im Geschäftsmodell. Während der E-Commerce-Kanal unter Druck steht, wächst das Offline-Segment weiter. Im zweiten Quartal legte der Umsatz in den physischen Stores um neun Prozent auf 18,9 Mio. Euro zu. Für Mister Spex unterstreicht dies die Bedeutung der Verbindung aus digitalem Angebot und lokaler Präsenz. Gerade in einem schwierigen Marktumfeld scheint das Filialgeschäft ein stabilisierender Faktor zu sein.
Zusätzlich zur Ergebnisverbesserung konnte Mister Spex seine Bruttomarge ausbauen. Sie stieg um 197 Basispunkte auf 56,9 Prozent. Als Gründe werden Effizienzmaßnahmen und ein veränderter Produktmix genannt. Damit gelingt es dem Unternehmen, die Ertragskraft zu erhöhen, obwohl der Gesamtumsatz zurückgeht. Die Börse reagierte positiv auf die Zahlen: Die Aktie legte am Donnerstag um 4,4 Prozent zu und notierte bei 1,18 Euro.
Jahresausblick bleibt vorsichtig
Für das Gesamtjahr 2026 hält die Unternehmensführung an ihrer bisherigen Prognose fest. Erwartet wird eine Umsatzentwicklung zwischen einem Minus von zehn Prozent und einer Stagnation auf Vorjahresniveau. Bei der Profitabilität strebt Mister Spex eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen dem Break-even-Punkt und einem mittleren einstelligen Prozentbereich an. Entscheidend dürfte sein, ob das Wachstum in den Filialen die anhaltende Schwäche im Online-Kanal weiter kompensieren kann.
Trotz der positiven Kursreaktion bleibt das Börsenbild angespannt. Der aktuelle Kurs von 1,18 Euro liegt deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 2,00 Euro, das vor einem Jahr erreicht wurde. Die vorgelegten Zahlen liefern dennoch Hinweise auf eine operative Bodenbildung: Mister Spex zeigt, dass sich die Profitabilität auch bei rückläufigen Erlösen verbessern lässt. Eine Anlageberatung oder Kauf- und Verkaufsempfehlung ist damit nicht verbunden.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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