Einkäuferin prüft Produktmuster, im Hintergrund Frachtcontainer als Symbol für KI-gestützte Zollprüfung
© Black Forest Labs / Flux

Maersk schickt KI in den Zolldschungel

Der dänische Logistiker Maersk erweitert sein KI-Werkzeug für Zoll- und Handelsfragen, berichtet Retail-News.de. Das „Trade & Tariff Studio“ soll Unternehmen schon bei der Produktentwicklung oder beim Einkauf Hinweise auf Zolltarife, Wareneinstufungen und Vorschriften liefern. Neu seien KI-Vorschläge zur Tarifierung, Simulationen verschiedener Beschaffungsszenarien und die automatische Einstufung ganzer Produktkataloge. Bedienen lasse sie sich das Tool über ein Dialogfenster, das neben Text auch Produktbilder, technische Dokumente und Links auswerten könne.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
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Maersk erweitert KI-Plattform für Zoll- und Handelsprozesse

Der dänische Logistikkonzern Maersk baut sein Trade & Tariff Studio aus und richtet die Plattform stärker auf die frühe Planung internationaler Lieferketten aus. Wie Retail-News.de berichtet, soll das KI-gestützte Werkzeug Unternehmen bereits bei Produktentwicklung, Einkauf und Beschaffung Hinweise zu Zolltarifen, Wareneinstufungen und regulatorischen Vorgaben liefern. Ziel ist es, Risiken nicht erst beim Versand oder bei der Zollanmeldung sichtbar zu machen, sondern früher in Entscheidungen über Produkte, Märkte und Lieferwege einzubeziehen.

Hintergrund sind steigende Zölle, komplexere Handelsvorschriften und unsichere Lieferketten, die international tätige Unternehmen vor wachsende Anforderungen stellen. Die erweiterte Plattform soll Handelsplanung, Zollabwicklung und Compliance in einem durchgängigen digitalen Prozess verbinden. Unternehmen erhalten dadurch vor dem Transport von Waren mehr Transparenz über mögliche Kosten, Dokumentationspflichten und regulatorische Anforderungen. Maersk positioniert das System damit nicht nur als operatives Zollwerkzeug, sondern als digitale Entscheidungshilfe für die gesamte Lieferkette.

Zu den neuen Funktionen zählen KI-gestützte Tarifierungsvorschläge, Simulationen verschiedener Beschaffungs- und Produktionsszenarien sowie die automatisierte Einstufung großer Produktkataloge mit tausenden Artikeln. Die Lösung analysiert Produktdaten, prüft mögliche Zollkosten und unterstützt die Einhaltung internationaler Vorschriften. Damit sollen Unternehmen besser einschätzen können, welche Auswirkungen alternative Lieferländer, Produktionsstandorte oder Einkaufsentscheidungen auf Abgaben, Risiken und Compliance haben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der laufenden Beobachtung von Änderungen bei Handelsvorschriften, Zöllen und behördlichen Anforderungen. Die Plattform kann Vorgaben verschiedener Aufsichtsbehörden in Bewertungen einbeziehen und unterstützt Unternehmen bei Dokumentation, Nachvollziehbarkeit und Vorbereitung auf spätere Prüfungen oder Audits. Durch die Verknüpfung einzelner Prozessschritte wie Klassifizierung, Zollanmeldung und Compliance-Prüfung entsteht ein gemeinsamer Workflow, der Zollpflichten und Risiken strukturierter abbilden soll.

Bedient wird das Trade & Tariff Studio über eine dialogbasierte Oberfläche. Neben Texteingaben kann das System auch Produktbilder, technische Dokumente und Internetlinks auswerten. Damit eignet sich die Lösung besonders für Handelsunternehmen, Hersteller, regulierte Branchen und internationale Konzerne mit komplexen Lieferketten. Maersk ergänzt damit seine bestehenden Zoll- und Logistikdienstleistungen um eine Planungs- und Analyseebene, die Unternehmen helfen soll, fundiertere Lieferkettenentscheidungen zu treffen und Compliance-Risiken frühzeitig zu reduzieren.

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David Wöllenstein
RedaktionDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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