Übernahmespekulation um PayPal vorerst beendet
Die geplante Übernahme von PayPal durch den Finanzinvestor Advent und den Zahlungsabwickler Stripe kommt Insidern zufolge vorerst nicht zustande. Wie Standard.at unter Berufung auf Bloomberg berichtet, verfolgt das Konsortium den Kauf des US-Zahlungsdienstleisters nicht weiter. Bloomberg verweist dabei auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sein sollen.
Dem Bericht zufolge hatte die Gruppe zuvor mehr als 50 Mrd. Dollar für PayPal geboten. Damit hätte es sich um einen der auffälligeren möglichen Deals im internationalen Payment-Markt gehandelt. Nun ist die Spekulation jedoch abgeebbt: Vertreter von Advent, PayPal und Stripe lehnten eine Stellungnahme zunächst ab. Auch aus San Jose, dem Sitz von PayPal, gab es vorerst keine weitere Einordnung.
Aktie reagiert deutlich auf das Aus
Die Nachricht traf PayPal an der Börse unmittelbar. Die Aktie sackte nachbörslich um fast 14 Prozent ab. Der Kursrückgang fällt in eine längere Schwächephase: In den vergangenen fünf Jahren hat das Papier nach den vorliegenden Angaben rund 80 Prozent an Wert verloren. Die gescheiterte Transaktion verstärkt damit den Druck auf ein Unternehmen, das am Kapitalmarkt bereits deutlich niedriger bewertet wird als in früheren Jahren.
Für Advent und Stripe hätte ein Kauf strategisch weitreichende Bedeutung gehabt. Advent wäre als Finanzinvestor in einen großen Zahlungsdienstleister eingestiegen, während Stripe seine Position im digitalen Zahlungsverkehr deutlich hätte ausbauen können. Dass die Gespräche nun beendet wurden, deutet auf veränderte Erwartungen, Risiken oder Konditionen hin. Konkrete Gründe für den Rückzug wurden in den vorliegenden Berichten jedoch nicht genannt.
Neues Angebot bleibt möglich
Die Spekulation ist damit nicht vollständig vom Tisch. Laut Bericht könnte bei veränderten Rahmenbedingungen ein neues Angebot erfolgen. Für PayPal bleibt damit offen, ob strategische oder finanzielle Investoren zu einem späteren Zeitpunkt erneut Interesse anmelden. Der nächste konkrete Prüfpunkt ist, ob sich Marktumfeld, Bewertung oder Verhandlungsposition so verändern, dass ein neuer Vorstoß wieder wahrscheinlicher wird.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
Alle Beiträge