Die Compare Group, die mehrere Preisvergleichs-Plattformen betreibt, startet am 7. September in Spanien, Portugal, Italien und Österreich, berichtet Ecommercenews.eu. Damit sei das Unternehmen in 12 europäischen Ländern präsent. Technik, Händlerbeziehungen und Produktfeeds ließen sich wiederverwenden, 50 bis 70 Händler pro Land genügten bereits für brauchbare Vergleiche. Weil die EU-Kommission Google im Juli mit 460 Mio. Euro Bußgeld belegt habe, wegen Bevorzugung eigener Dienste vor konkurrierenden Preisvergleichern, rechne Compare mit mehr Sichtbarkeit für unabhängige Portale.
Die Compare Group weitet ihr Netzwerk von Preisvergleichs-Plattformen deutlich aus. Am 7. September startet das Unternehmen in Spanien, Portugal, Italien und Österreich, wie Ecommercenews.eu berichtet. Damit ist Compare künftig in 12 europäischen Ländern vertreten. Die neuen Märkte folgen auf Starts in Frankreich, Dänemark und Norwegen im Jahr 2025.
Das Unternehmen betreibt mehrere Preisvergleichsangebote und setzt bei der Internationalisierung stark auf wiederverwendbare Strukturen. Technik, Händlerbeziehungen und Produktdatenfeeds können laut CEO Joris Verwater in neuen Ländern erneut genutzt werden. Automatisierung und KI reduzieren zusätzlich den manuellen Aufwand, etwa bei Produktinhalten und der Befüllung neuer Websites.
Schneller Markteintritt mit vorhandenen Händlerdaten
Compare sieht die Eintrittshürden niedriger als bei vielen anderen internationalen Handelsmodellen. Viele angebundene Händler sind bereits grenzüberschreitend aktiv. Dadurch lassen sich Produktfeeds schneller übernehmen, auch wenn sie teils angepasst werden müssen. Nach Angaben des Unternehmens reichen 50 bis 70 Händler pro Land, damit Verbraucher bei beliebten Produkten bereits brauchbare Vergleiche erstellen können.
In etablierten Kernmärkten wie den Niederlanden und Deutschland arbeitet Compare mit rund 1.500 Händlern zusammen. Diese bestehende Basis erleichtert den Aufbau neuer Plattformen. Als Beispiel nennt Verwater Frankreich: Die dortige Plattform leite inzwischen rund 20.000 Klicks pro Tag an Händler weiter. Innerhalb von etwa einem Jahr habe sie ein Niveau erreicht, das grob mit Deutschland vergleichbar sei.
Google Shopping bleibt wichtiger Startkanal
Die größten Vorbereitungen betreffen laut Compare rechtliche Anforderungen und Übersetzungen. Erstellung und Befüllung der Websites seien mittlerweile weitgehend automatisiert. Zugleich kann das Unternehmen nach eigener Einschätzung vom ersten Tag an Umsätze erzielen, weil es als Google-Shopping-Partner auftritt. Google Shopping ist in den bestehenden Märkten die wichtigste Traffic-Quelle.
Verwater will diese Abhängigkeit langfristig verringern, sieht sie in der Startphase der vier neuen Länder aber nicht als Problem. Trotz wachsender Bedeutung von KI-Suche und Plattformen wie TikTok beobachte Compare keinen Rückgang des Traffics über Google Shopping. Für die Expansion spielt außerdem die Regulierung digitaler Märkte in der EU eine Rolle.
Regulierung könnte unabhängigen Vergleichern helfen
Im Juli verhängte die Europäische Kommission gegen Google eine Geldbuße von 460 Millionen Euro. Hintergrund war die Bevorzugung eigener Dienste, darunter Google Shopping, gegenüber konkurrierenden Angeboten in Suchergebnissen. Unter dem Digital Markets Act muss Google für eigene Dienste und Wettbewerber transparente, faire und diskriminierungsfreie Bedingungen anwenden.
Compare erwartet dadurch mehr Sichtbarkeit für unabhängige Preisvergleichsportale. Die genaue Wirkung bleibt offen, der Zeitpunkt für die weitere Internationalisierung erscheint dem Unternehmen jedoch günstig. Der nächste Schritt führt die Gruppe nach Spanien, Portugal, Italien und Österreich; der Start ist für den 7. September angekündigt.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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