Walmart steigt mit Dunkin‘ ins Restaurantliefergeschäft ein, berichtet Businessinsider.com. Die Partnerschaft beginne mit 150 Dunkin‘-Filialen in Walmart-Märkten, später sollen die meisten der 10.000 US-Standorte folgen. Kaffee und Donut landeten dabei im selben Warenkorb wie Küchenrolle und Milch, ausliefern sollen die Hunderttausenden Selbstständigen des eigenen Fahrernetzes Spark. Bislang lieferten Doordash und Uber Eats Dunkin‘-Bestellungen.
Walmart steigt in den Markt für Restaurantlieferungen ein und beginnt dafür eine Partnerschaft mit Dunkin’, wie Businessinsider.com berichtet. Der Start erfolgt zunächst mit 150 Dunkin’-Filialen in Walmart-Märkten. Später soll das Angebot auf die meisten der rund 10.000 US-Standorte von Dunkin’ ausgeweitet werden. Damit betritt der US-Handelskonzern ein Feld, das bisher vor allem von DoorDash und Uber Eats geprägt wird. Beide Dienste arbeiten bereits mit Dunkin’ zusammen.
Für Walmart ist der Schritt mehr als eine Sortimentserweiterung im Liefergeschäft. Der Konzern nutzt seine bestehende Infrastruktur aus Filialnetz, App, Website und Spark-Fahrern, um sich als Plattform für lokalen Handel zu positionieren. Kaffee oder Donut sollen künftig im selben digitalen Warenkorb liegen wie Küchenrolle, Milch und Haushaltsartikel. Damit verbindet Walmart sein Kerngeschäft im E-Commerce mit Restaurantbestellungen und testet, wie weit sich die eigene Lieferreichweite über klassische Handelsware hinaus ausdehnen lässt.
Vom Filialnetz zur Lieferplattform
Ein zentraler Vorteil liegt in Walmarts geografischer Nähe zu vielen Kunden. Nach Angaben des Unternehmens befinden sich Walmart-Filialen im Umkreis von zehn Meilen um 90 Prozent der US-Bevölkerung. Viele dieser Standorte liegen zugleich in der Nähe zahlreicher Restaurants. Daraus entsteht die Möglichkeit, Bestellungen aus Restaurants mit Waren aus Walmart-Märkten zu bündeln. Die Logistik wird damit zum Hebel für ein breiteres lokales Angebot, das nicht allein auf Produkte aus den eigenen Regalen beschränkt ist.
Die operative Basis bildet Spark, Walmarts eigenes Liefernetzwerk. Seit 2018 hat der Konzern den Dienst ausgebaut; er stützt sich auf Hunderttausende selbstständige Fahrerinnen und Fahrer. Spark hat dazu beigetragen, die Liefergeschwindigkeit zu erhöhen, während Wettbewerber wie Amazon und Target Bestellungen ebenfalls innerhalb weniger Stunden zustellen. Für Walmart eröffnet das Netzwerk nun einen weiteren Anwendungsfall: Restaurantessen kann mit regulären Handelsbestellungen kombiniert werden, statt separat über spezialisierte Lieferdienste zu laufen.
Konkurrenz durch DoorDash und Uber Eats
Walmart trifft auf etablierte Anbieter mit hoher Markenbekanntheit und Erfahrung im Restaurantgeschäft. DoorDash und Uber Eats verfügen über gewachsene Beziehungen zu Gastronomiebetrieben, eingespielte Apps und operative Routinen. Gleichzeitig versuchen auch diese Anbieter, ihre Reichweite und Effizienz auszubauen. Uber will mit der geplanten Übernahme von Delivery Hero für 14,8 Milliarden Dollar international stärker werden, von Lateinamerika bis Asien. DoorDash wiederum testet Lieferungen mit selbstfahrenden Robotern, teils mit menschlicher Unterstützung.
Die Dunkin’-Kooperation folgt auf frühere Tests. Walmart hatte laut Business Insider bereits zu Jahresbeginn Lieferungen aus Restaurants innerhalb eigener Märkte erprobt. Im Juni bestätigte der Händler den Einstieg in das Restaurantliefergeschäft mit einer Partnerschaft mit Subway. Die Sandwichkette betreibt etwa 1.400 Standorte in Walmart-Filialen. Mit Dunkin’ wächst der Ansatz nun deutlich über einzelne Märkte hinaus: Offen bleibt, wie schnell Walmart die Ausweitung von 150 Filialen auf die meisten der 10.000 Dunkin’-Standorte operativ umsetzt.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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