Junge Frau und älterer Mann shoppen unabhängig in modernem Store, steigende Kauflaune
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Gen Z und Gen X kommen in Kauflaune

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Die Konsumlaune legt quer durch alle Generationen zu, aber am kräftigsten bei Gen Z und Gen X, so eine soziodemografische Auswertung des NIM-Konsumklimas. Der Gesamtindikator sei im September um 2,8 auf minus 26,6 Punkte gestiegen. Die Gen Z lege um 9,7 Punkte zu und schiebe sich mit 6,3 Punkten knapp über die Nulllinie, weil die Erwartungen ans eigene Einkommen optimistischer seien und die Anschaffungsneigung steige. Gen X gewinne dank nachlassender Sparneigung sogar 11,9 Punkte, bleibe aber trotzdem auf einem pessimistischeren Niveau.

Konsumstimmung hellt sich generationsübergreifend auf

Die Konsumlaune in Deutschland verbessert sich im September 2026 über alle Generationen hinweg. Besonders stark fällt der Stimmungsaufschwung bei Gen Z und Gen X aus. Das zeigt eine soziodemografische Auswertung des NIM Konsumklimas powered by GfK. Der Gesamtindikator steigt um 2,8 Punkte auf minus 26,6 Punkte. Damit bleibt die Verbraucherstimmung insgesamt zwar negativ, bewegt sich aber erkennbar nach oben.

Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind deutlich. Sie haben sich bereits während der Corona-Krise vergrößert und in der Hochinflationsphase 2022/23 weiter verschärft. Seitdem fällt die Konsumlaune jüngerer Verbraucher spürbar optimistischer aus als die älterer Generationen. Der Indikator der Gen Z liegt aktuell bei 6,3 Punkten, während die Babyboomer bei minus 46,1 Punkten stehen. Zwischen beiden Gruppen ergibt sich damit ein Abstand von 52,4 Zählern.

Gen Z rückt über die Nulllinie

Am stärksten legt die Gen Z zu. Für die Jahrgänge 1997 bis 2012 steigt der Konsumklimaindikator um 9,7 Punkte und liegt damit leicht im positiven Bereich. Als Gründe nennt die Auswertung optimistischere Erwartungen an das eigene Einkommen und eine höhere Anschaffungsneigung. Für das Konsumverhalten dieser Gruppe deutet der Wert auf eine vergleichsweise robuste Stimmung hin, auch wenn die gesamtwirtschaftliche Lage weiterhin belastet bleibt.

Auch die Generation X verzeichnet einen kräftigen Sprung. Bei den Jahrgängen 1965 bis 1980 erhöht sich der Indikator um 11,9 Punkte. Das Niveau bleibt jedoch pessimistisch. Der wichtigste Treiber ist hier eine nachlassende Sparneigung. Verbraucher dieser Altersgruppe halten es demnach weniger stark für ratsam, angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage Geld zurückzulegen.

Reformen könnten Erwartungen verschieben

Das NIM verweist auf mögliche politische Einflussfaktoren. Dr. Anja Bauer, Senior Researcher beim NIM, nennt aktuelle Debatten über Reformen bei Gesundheit, Rente und Einkommensteuer als mögliche Erklärung. Diese Vorhaben betreffen die Generationen unterschiedlich. Entsprechend können sie dazu beitragen, dass sich Einkommenserwartungen und Konsumneigung derzeit je nach Altersgruppe verschieden entwickeln.

Das Konsumklima gilt als vorlaufender Indikator für die Entwicklung des privaten Konsums in Deutschland. Es wird aus Einkommenserwartung, Anschaffungsneigung und Sparneigung berechnet. Die Einkommenserwartung erfasst, wie Verbraucher die finanzielle Lage ihres Haushalts in den kommenden zwölf Monaten einschätzen. Die Sparneigung misst, ob Sparen angesichts der Wirtschaftslage ratsam erscheint. Die Anschaffungsneigung zeigt, ob größere Käufe wie Möbel oder elektronische Geräte derzeit als günstig bewertet werden.

Einordnung für Handel und Marktbeobachtung

Für den Einzelhandel ist die Entwicklung relevant, aber nur ein Teil des Gesamtbildes. Das NIM betont, dass sich das Konsumklima auf die gesamten privaten Konsumausgaben bezieht. Der Einzelhandel macht je nach Abgrenzung lediglich etwa 35 Prozent dieser Ausgaben aus. Steigende Stimmung bedeutet daher keine direkte Prognose für einzelne Branchen, liefert aber Hinweise auf veränderte Kaufbereitschaft.

Die aktuelle Analyse basiert auf rund 2.000 Verbraucherinterviews im Auftrag der EU-Kommission. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 31. Juli und dem 10. August 2026. Weitere Veröffentlichungen des NIM Konsumklimas sind für den 2. Oktober, 4. November, 3. Dezember und 21. Dezember 2026 jeweils um 8.00 Uhr angekündigt.

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David Wöllenstein
RedaktionDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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