Logistikmitarbeiter sortiert unterschiedlich große Pakete im modernen Fulfillment-Center
© Black Forest Labs / Flux

Österreicher bestellen häufig, Schweizer zahlen am besten

3 Min.
Teilen

Im E-Commerce Mitteleuropas bestellt niemand häufiger als die Österreicher: 12,6 Online-Bestellungen pro Käufer und Jahr, zitiert Retail-News.de eine ECDB-Studie. Deutschland erreiche mit 12,4 die Silbermedaille, Griechenland mit 12,3 erhalte Bronze. Allerdings kauften in Griechenland knapp sieben Mio. Menschen online und füllten den Warenkorb im Schnitt auf 83 Euro, während in Deutschland 62,5 Mio. bei jeder Bestellung 120 Euro ausgäben. 214 Euro würde hingegen der Durchschnitts-Schweizer für seine 9,7 jährlichen Bestellungen berappen. Die Bilanz: Bestellhäufigkeit, Marktgröße und Warenkorbwert korrelieren nicht.

Eine aktuelle ECDB-Auswertung für 2025 zeigt deutliche Unterschiede in der Kaufhäufigkeit von Online-Kunden in Mitteleuropa. An der Spitze steht Österreich mit 12,6 Online-Bestellungen pro Käufer und Jahr. Deutschland folgt knapp mit 12,4 Bestellungen, Griechenland erreicht mit 12,3 Bestellungen nahezu dasselbe Niveau. Die Zahlen machen deutlich, dass die reine Bestellfrequenz nur einen Teil der Marktdynamik im E-Commerce beschreibt.

Österreich und Deutschland führen bei der Bestellhäufigkeit

Österreich belegt im mitteleuropäischen Vergleich den ersten Platz. Deutschland liegt nur knapp dahinter und verbindet eine hohe Kaufhäufigkeit mit einer sehr großen Käuferbasis. Rund 62,5 Millionen Menschen kaufen hier online ein. Der durchschnittliche Warenkorb liegt laut Auswertung bei rund 120 Euro pro Bestellung. Damit ergibt sich ein anderes Marktprofil als in Ländern, die ähnlich häufig bestellen, aber deutlich kleinere Käufergruppen oder niedrigere Warenkorbwerte aufweisen.

Besonders auffällig ist Griechenland. Dort bestellen Online-Kunden im Schnitt 12,3-mal pro Jahr und liegen damit nahezu gleichauf mit Deutschland. Die Marktgröße fällt jedoch wesentlich kleiner aus: Knapp sieben Millionen Menschen kaufen online ein. Zudem beträgt der durchschnittliche Warenkorb rund 83 Euro pro Bestellung. Häufige Käufe führen daher nicht automatisch zu einem Marktvolumen, das mit Deutschland vergleichbar wäre.

Schweiz mit hohem Warenkorb, Polen mit hoher Aktivität

Auch Polen zeigt eine hohe Online-Aktivität. Mit durchschnittlich 11,2 Bestellungen pro Käufer liegt das Land im oberen Bereich des Vergleichs. Der durchschnittliche Warenkorb erreicht jedoch nur rund 79 Euro. Die Analyse unterstreicht damit, dass eine aktive Käuferbasis allein keine Aussage über die wirtschaftliche Stärke eines Marktes erlaubt.

Ein Gegenbild liefert die Schweiz. Dort bestellen Online-Kunden mit durchschnittlich 9,7 Käufen pro Jahr seltener als in Österreich, Deutschland oder Griechenland. Dafür liegt der durchschnittliche Bestellwert mit 214 Euro auf dem höchsten Niveau der untersuchten Länder. Höhere Einkommen und andere Einkaufsgewohnheiten prägen damit ein Marktprofil, das weniger über Frequenz und stärker über den Wert einzelner Bestellungen funktioniert.

Kleine Märkte mit Entwicklungsspielraum

Am unteren Ende des Rankings stehen die Slowakei und Slowenien. Die Slowakei kommt auf durchschnittlich 4,1 Online-Bestellungen pro Käufer und Jahr, Slowenien auf 4,8. In Verbindung mit kleineren Käufergruppen und vergleichsweise niedrigeren Warenkorbwerten deutet dies auf Märkte hin, die sich im digitalen Handel weiter entwickeln. Ungarn und Tschechien liegen zwischen diesen Polen und zeigen weder die sehr hohe Frequenz der Spitzenmärkte noch die besonders niedrigen Werte der Schlussgruppe.

Die ECDB-Zahlen, zitiert von Retail-News.de, ordnen die mitteleuropäischen Märkte damit differenzierter ein als reine Umsatzbetrachtungen. Bestellhäufigkeit, Käuferzahl und Warenkorbwert verlaufen nicht parallel. Österreich führt bei der Frequenz, Deutschland verbindet Häufigkeit mit Reichweite, Griechenland überrascht trotz kleinerer Basis, und die Schweiz setzt den Spitzenwert beim Warenkorb. Der größte Abstand zeigt sich zwischen der Schweiz mit 214 Euro je Bestellung und der Slowakei mit 4,1 Bestellungen pro Käufer und Jahr.

Teilen
David Wöllenstein
RedaktionDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

10.800+ Entscheider lesen das Morning Briefing · ≈ 50 % Öffnungsrate

  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.