Mitarbeitende sortieren Pakete in einem Logistikzentrum des Onlinehändlers
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Very Group findet keinen neuen Eigentümer

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Carlyle bricht den Verkauf der Very Group ab, berichtet Drapersonline.com. Kein Bieter habe die geforderten zwei Mrd. Pfund aufgebracht, auch der chinesische Konzern JD.com nicht. Der US-Finanzinvestor bleibe damit vorerst Eigentümer. Im Geschäftsjahr bis Ende Juni 2025 hatte die Very Group 505,4 Mio. Pfund Verlust vor Steuern gemacht. Bis Ende März 2026 sei der Umsatz um 0,3 Prozent auf 1,6 Mrd. Pfund gewachsen.

Carlyle hat den geplanten Verkauf der Very Group abgebrochen. Wie Drapersonline.com berichtet, erreichte kein Interessent die angesetzte Bewertung von zwei Mrd. Pfund. Damit bleibt der US-Finanzinvestor vorerst Eigentümer des britischen Handelsunternehmens. Der Verkaufsprozess war demnach zunächst im Juni angelaufen.

Bieterfeld blieb unter den Erwartungen

Zu den ernsthaften Interessenten zählte laut Bericht auch JD.com. Der chinesische Konzern soll im Rennen um eine Übernahme der Very Group eine wichtige Rolle gespielt haben, brachte die geforderte Summe aber ebenfalls nicht auf. Zuvor hatte die Gruppe Interesse von mehreren Private-Equity-Firmen und Investoren geweckt. Genannt werden unter anderem Elliott Advisors, Eigentümer von Waterstones, sowie N Brown, das im Oktober 2024 mit einer möglichen Fusion mit der Very Group in Verbindung gebracht worden war.

Der Abbruch zeigt, wie groß die Lücke zwischen Verkäufererwartung und Marktbereitschaft offenbar war. Carlyle hatte auf eine Bewertung gesetzt, die im aktuellen Umfeld nicht durchsetzbar war. Für die Very Group bedeutet das zunächst Kontinuität in der Eigentümerstruktur, während strategische Optionen vorerst offenbleiben.

Hoher Verlust belastet die Ausgangslage

Die Nachricht fällt in eine Phase finanzieller Anspannung. Im Geschäftsjahr bis zum 28. Juni 2025 verbuchte die Very Group einen Vorsteuerverlust von 505,4 Mio. Pfund. Hintergrund war unter anderem die Abschreibung eines Darlehens über 524,8 Mio. Pfund, das der Holdinggesellschaft der früheren Eigentümer, der Barclay-Familie, zugerechnet wurde.

Operativ zeigt sich das Bild differenzierter. In der jüngsten Mitteilung für die 39 Wochen bis zum 28. März 2026 sank der operative Gewinn vor Sondereffekten leicht um 0,17 Prozent auf 173,5 Mio. Pfund. Zugleich meldete die Gruppe trotz anhaltender Herausforderungen im Markt ein Umsatzplus von 0,3 Prozent auf 1,6 Mrd. Pfund. Diese Zahlen dürften für mögliche künftige Verhandlungen zentral bleiben, falls Carlyle zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Verkaufsanlauf prüft.

Die Very Group äußerte sich dem Bericht zufolge nicht. Der nächste belastbare Orientierungspunkt bleibt damit die weitere Entwicklung nach dem Handelsupdate bis zum 28. März 2026.

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David Wöllenstein
RedaktionDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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