Tech-Konzerne in der Bay Area haben bis Anfang September 12.947 Stellenstreichungen angekündigt, rund 27 Prozent mehr als im gesamten Vorjahr, berichtet Heise.de. Den größten Block stelle Meta mit 3.715 Stellen, gefolgt von Amazon, Cisco und Oracle. Oracle habe binnen zwölf Monaten rund 21.000 Jobs gestrichen und dies mit dem Einsatz von KI begründet. Weltweit summierten sich 2026 bereits über 180.000 Entlassungen in der Tech-Branche.
KI-Boom verschärft Stellenabbau im Silicon Valley
Die Entlassungswelle in der Tech-Branche hat 2026 deutlich an Tempo gewonnen. In der Bay Area rund um San Francisco und San José haben Unternehmen bis Anfang September bereits 12.947 Stellenstreichungen angekündigt, berichtet Heise.de. Damit liegt die Region schon jetzt rund 27 Prozent über dem Gesamtwert des Vorjahres. 2025 waren offiziell 10.170 Entlassungen gemeldet worden.
Die aktuellen Pflichtmitteilungen an die kalifornische Beschäftigungsbehörde zeigen, wie stark der Umbau führender Technologiekonzerne inzwischen auf die Beschäftigung durchschlägt. In der Bay Area führt Meta die Liste an. Der Konzern plant dort den Abbau von 3.715 Arbeitsplätzen und will damit Spielraum für höhere Investitionen in KI schaffen. Dahinter folgen Amazon mit 917 angekündigten Kürzungen, Cisco Systems mit 706 und Oracle mit 652 Stellen. Auch LinkedIn, Intuit, eBay, Lucid Group, Walmart und Visa melden Einschnitte an kalifornischen Standorten. PayPal kündigte zuletzt an, in San José 251 Stellen dauerhaft zu streichen.
Globale Kürzungen und neue Investitionslogik
Die Bay Area steht damit exemplarisch für eine internationale Entwicklung. Nach Daten des Branchendienstes TrueUp fielen 2025 weltweit mehr als 245.000 Arbeitsplätze in der Tech-Branche weg. Für 2026 sind bereits über 180.000 Entlassungen verzeichnet. Besonders deutlich wird die Dynamik bei Oracle: Laut jährlichem Finanzbericht strich der Konzern innerhalb von zwölf Monaten rund 21.000 Jobs, etwa 13 Prozent seiner Belegschaft.
Oracle begründete die Einsparungen mit dem Einsatz und der Skalierung von KI-Technologien. Zugleich binden hohe Investitionen in KI-Infrastruktur erhebliche Kapitalreserven. Daten des Portals Layoffs erfassen inzwischen mehr als 92.000 Entlassungen im Tech-Sektor, die von Unternehmen oder Medien direkt mit KI in Verbindung gebracht wurden. Die Motive reichen von Automatisierung über Budgetverlagerungen bis zu Reaktionen auf veränderte Märkte.
Von Personalbudgets zu KI-Systemen
Auch andere Unternehmen richten ihre Strukturen neu aus. Dell strich rund 11.000 Stellen, der Zahlungsdienstleister Block reduzierte seine Belegschaft um etwa 40 Prozent. Firmen wie Wix, Monday.com, Webflow oder ClickUp verkleinern Teams, um mehr Ressourcen in generative KI und autonome Agenten zu lenken. Beim Cloud-Spezialisten Freshworks hieß es intern, inzwischen werde mehr als die Hälfte des eigenen Programmcodes von KI generiert.
Die Kürzungen betreffen damit Entwicklung, Qualitätssicherung, Vertrieb und Managementstrukturen. Uber kündigte den Abbau von 3.300 Stellen an, um Hierarchien zu straffen und Abläufe zu vereinfachen. Microsoft setzte seine Reihe personeller Anpassungen ebenfalls fort. Der nächste belastbare Vergleichspunkt bleibt der Jahreswert 2025: In der Bay Area ist er bereits Anfang September um rund 27 Prozent überschritten.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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