Jeder dritte Beschäftigte im Dienstleistungssektor arbeitete im August zumindest zeitweise zu Hause, so eine Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts. Gesamtwirtschaftlich habe der Anteil bei 24,9 Prozent gelegen, im Großhandel bei 17,7, in der Industrie bei 16,4 Prozent. Der Einzelhandel komme auf 6,2 Prozent, nur das Baugewerbe liege mit 5,1 Prozent darunter. Seit Jahren bewege sich die Quote kaum, weder insgesamt noch nach Branchen.
Homeoffice bleibt in Deutschland vor allem ein Thema des Dienstleistungssektors. Nach der jüngsten Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts arbeiteten im August 35,1 Prozent der Beschäftigten in dieser Branche zumindest zeitweise von zu Hause. Gesamtwirtschaftlich lag der Anteil bei 24,9 Prozent. Damit zeigt sich ein stabiler Befund: Flexible Arbeitsorte sind fest etabliert, die Unterschiede zwischen den Branchen bleiben jedoch deutlich.
Deutliche Branchenunterschiede beim Homeoffice
Besonders hoch ist der Homeoffice-Anteil im Dienstleistungssektor, wo Tätigkeiten häufig digital, wissensbasiert oder organisatorisch geprägt sind. Im Großhandel arbeiteten 17,7 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause, in der Industrie waren es 16,4 Prozent. Deutlich niedriger fallen die Werte im Einzelhandel aus: Dort kam der Anteil im August auf 6,2 Prozent. Noch darunter lag nur das Baugewerbe mit 5,1 Prozent.
Die Zahlen zeigen, wie stark die Möglichkeit zum Homeoffice von betrieblichen Abläufen und Tätigkeitsprofilen abhängt. Während Dienstleistungen und Verwaltungsbereiche vergleichsweise häufig ortsunabhängig organisiert werden können, sind viele Aufgaben in Handel, Industrie und Bau weiterhin an Standorte, Maschinen, Verkaufsflächen oder Baustellen gebunden. Für Unternehmen bleibt Homeoffice damit weniger eine einheitliche Arbeitsform als eine branchenabhängige Option.
Quote seit Jahren kaum verändert
Auffällig ist vor allem die Stabilität der Entwicklung. Laut ifo-Forscher Jean Victor Alipour gibt es seit Jahren keine nennenswerten Veränderungen beim Homeoffice-Anteil, weder gesamtwirtschaftlich noch innerhalb der einzelnen Branchen. Die aktuelle Umfrage bestätigt damit ein Bild, das sich nach den starken Verschiebungen früherer Jahre verfestigt hat.
Alipour verweist zudem auf internationale Auswertungen, nach denen sich Homeoffice in den meisten Industrieländern dauerhaft etabliert hat. Die deutschen Daten ordnen sich in diesen Befund ein: Homeoffice ist in vielen Bereichen zur regulären Arbeitsrealität geworden, ohne dass die Anteile zuletzt stark weiter gestiegen wären.
Stellenanzeigen bestätigen den Trend
Eine frühere Auswertung von Online-Stellenanzeigen kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach enthielt jede fünfte Stellenausschreibung in Deutschland die Option, im Homeoffice zu arbeiten. Besonders hoch war der Anteil in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen: Dort boten 42 Prozent der Ausschreibungen eine Homeoffice-Möglichkeit.
Die Auswertung umfasste mehr als 93 Millionen Stellenausschreibungen im Zeitraum von Januar 2014 bis Juni 2025. Sie ergänzt die aktuellen ifo-Daten um einen Blick auf den Arbeitsmarkt und zeigt, dass Homeoffice-Angebote auch in der Personalgewinnung fest verankert sind. Der jüngste Branchenvergleich endet mit einer klaren Spanne: 35,1 Prozent im Dienstleistungssektor gegenüber 5,1 Prozent im Baugewerbe.

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