Verteilzentrum mit dichtem Paketstrom symbolisiert hohe Bestellfrequenz durch schnelle Lieferung
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Deutsche bestellen halb so oft wie Amerikaner

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US-Verbraucher bestellen fast 28 mal jährlich im Internet, Deutsche nur 12,4 mal, meldet Retail-News.de. Den höchsten Online-Anteil am Einzelhandel erreiche Großbritannien mit 23,4 Prozent, Deutschland komme auf 18,7 Prozent. Die hohe US-Frequenz führe der Datendienst ECDB auf kurze Lieferzeiten und automatisierte Nachbestellungen zurück. Wo die Zustellung länger dauere, wie in Schweden, wachse der Warenkorb, dafür sinke die Bestellfrequenz.

Daten des Datendienstes ECDB zeigen deutliche Unterschiede in der Online-Kaufhäufigkeit etablierter Märkte. US-Verbraucher bestellen fast 28 Mal pro Jahr im Internet, deutsche Konsumenten kommen auf 12,4 Onlinekäufe. Darüber berichtet Retail-News.de. Die Kaufhäufigkeit ergänzt reine Umsatzbetrachtungen, weil sie sichtbar macht, wie stark E-Commerce bereits in alltägliche Einkaufsroutinen übergegangen ist.

USA mit höchster Frequenz, Großbritannien mit höchstem Onlineanteil

In den USA liegt der Onlineanteil am Einzelhandel laut ECDB bei fast 22 Prozent. Zugleich kaufen Verbraucher dort annähernd 28-mal jährlich online. Damit übertreffen die Vereinigten Staaten andere betrachtete Märkte bei der Bestellfrequenz klar. Großbritannien erreicht zwar mit 23,4 Prozent Onlineanteil den höchsten Wert im Vergleich, liegt bei der Zahl der Onlinekäufe aber bei durchschnittlich 18,5 pro Jahr.

Deutschland kommt auf einen E-Commerce-Anteil von 18,7 Prozent und auf 12,4 Onlinekäufe jährlich. In den Niederlanden sind es 13,5 Käufe bei einem Onlineanteil von 16,5 Prozent. Die Werte legen nahe, dass ein höherer Onlineanteil häufig mit einer stärkeren Verankerung digitaler Einkaufsgewohnheiten einhergeht. Die konkrete Bestellfrequenz hängt jedoch zusätzlich von Marktbedingungen, Lieferstandards und der Einfachheit wiederkehrender Käufe ab.

Lieferzeiten und Automatisierung prägen den Bestellrhythmus

ECDB führt die hohe US-Frequenz unter anderem auf kurze Lieferzeiten und automatisierte Nachbestellungen zurück. Eine wichtige Rolle wird Amazon zugeschrieben, weil der Anbieter Bestellprozesse vereinfacht und Lieferzeiten verkürzt hat. Schnelle Zustellung senkt die Schwelle für kleinere, häufigere Bestellungen. Onlinekäufe übernehmen dadurch stärker die Funktion kurzfristiger Bedarfskäufe, die sonst im stationären Handel stattfinden könnten.

Auch die Logistik beeinflusst, ob Verbraucher häufiger bestellen oder mehrere Bedarfe bündeln. In Schweden nennt ECDB einen Onlineanteil von 14,5 Prozent. Die räumliche Verteilung der Bevölkerung außerhalb weniger größerer Städte erschwert eine flächendeckend sehr schnelle Zustellung. Wo Lieferungen länger dauern, werden größere Warenkörbe attraktiver. Dort kann die Bestellfrequenz sinken, während der einzelne Einkauf umfangreicher ausfällt.

Für Händler zeigt der Vergleich, dass Marktanteile im Onlinehandel allein nicht ausreichen, um digitale Reife zu bewerten. Relevant ist auch, wie selbstverständlich Kunden online bestellen und wie gering der Aufwand pro Kauf ist. Die vorliegenden ECDB-Daten markieren dabei klare Unterschiede: fast 28 Onlinekäufe pro Jahr in den USA, 18,5 in Großbritannien und 12,4 in Deutschland.

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Thomas Rehm
RedaktionThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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