Das größte chinesische Online-Reisebüro Trip.com rutscht laut Pressemitteilung im zweiten Quartal mit 312 Mio. Euro in die Verlustzone. Den Ausschlag gebe eine Kartellstrafe der chinesischen Marktaufsicht über 676 Mio. Euro. Operativ wachse der Konzern weiter: Der Umsatz sei um sechs Prozent auf rund zwei Mrd. Euro geklettert. Das Ticketgeschäft für Flüge und Bahnfahrten habe allerdings ein Prozent eingebüßt, gebremst durch teure Energie und geopolitische Spannungen.
Trip.com fällt wegen Kartellstrafe in die Verlustzone
Trip.com Group meldet für das zweite Quartal 2026 einen deutlichen Ergebniseinschnitt: Das größte chinesische Online-Reisebüro rutschte mit 312 Mio. Euro Verlust in die roten Zahlen. Ausschlaggebend war laut Pressemitteilung eine Belastung durch die chinesische Marktaufsicht SAMR. Die Kartellstrafe wird mit 676 Mio. Euro beziffert und belastete insbesondere das Geschäft mit Unterkunftsreservierungen.
Operativ blieb der Konzern dennoch auf Wachstumskurs. Der Nettoumsatz stieg im Jahresvergleich um sechs Prozent auf RMB 15,7 Mrd., umgerechnet rund zwei Mrd. Euro beziehungsweise 2,3 Mrd. US-Dollar. Trip.com führt die Entwicklung vor allem auf eine robuste Reisenachfrage zurück. Gegenüber dem Vorquartal sank der Umsatz allerdings um drei Prozent. Als Gründe nennt das Unternehmen höhere Energiepreise, geopolitische Volatilität sowie operative Anpassungen an veränderte Branchenstandards und Compliance-Rahmenbedingungen in China.
Internationales Geschäft wächst deutlich
Besonders stark entwickelte sich das Auslandsgeschäft. Der Umsatz auf der internationalen Plattform legte im zweiten Quartal um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Auch die Erlöse aus Einreisen nach China wuchsen mit einer hohen zweistelligen Rate. CEO Jane Sun bezeichnete Inbound- und weltweite Reiseverbindungen als strukturelle Wachstumstreiber und verwies auf den Ausbau von Reise- und Lifestyle-Angeboten.
Nach Segmenten betrachtet stiegen die Erlöse aus Unterkunftsreservierungen um sechs Prozent auf RMB 6,6 Mrd. Das Geschäft mit Pauschalreisen wuchs um acht Prozent auf RMB 1,2 Mrd. Schwächer zeigte sich dagegen das Ticketgeschäft für Flüge und Bahnfahrten: Die Erlöse sanken im Jahresvergleich um ein Prozent auf RMB 5,4 Mrd. und lagen zwölf Prozent unter dem Vorquartal. Trip.com nennt dafür vor allem die Belastung durch Energiepreise und geopolitische Spannungen.
Strategie setzt auf Globalisierung, Qualität und Technologie
Executive Chairman James Liang stellte die strategischen Prioritäten „Globalization and Great Quality“ heraus. Trip.com will dafür eigene KI-Fähigkeiten über die gesamte Reiseplanung hinweg ausbauen. Ziel sei eine stärker differenzierte globale Plattform für Reisende und Partner. Ergänzend setzt das Unternehmen auf Technologie und internationales Marketing, um Partnern mehr Sichtbarkeit und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen.
Der Quartalsbericht zeigt damit ein gemischtes Bild: Die Nachfrage nach Reisen bleibt belastbar, internationale Erlöse wachsen dynamisch, doch regulatorische Kosten und makroökonomische Risiken drücken auf das Ergebnis. Für das zweite Quartal 2026 meldete Trip.com einen verwässerten Verlust je Stammaktie und ADS von RMB 3,89; auf Non-GAAP-Basis lag der verwässerte Gewinn je Aktie und ADS bei RMB 7,27.

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