JD.coms Zusagen zur Ceconomy-Übernahme kommen bei den Wettbewerbern schlecht an, berichtet Retail-News.de. Die EU-Kommission habe den Konzern in dieser Woche über die negativen Rückmeldungen unterrichtet. Im August habe JD.com Zugang zu seiner europäischen Logistik- und Technologieinfrastruktur zu marktüblichen Konditionen angeboten. Brüssel prüfe den rund 2,5 Mrd. Dollar schweren Deal nach der Verordnung über ausländische Subventionen und werde bis zum 23. Oktober entscheiden.
JD.coms Zusagen zur geplanten Ceconomy-Übernahme stoßen im Markt offenbar auf deutliche Skepsis. Wie Retail-News.de unter Berufung auf Reuters berichtet, haben Wettbewerber negativ auf die im August eingereichten Abhilfemaßnahmen reagiert. Die Europäische Kommission soll den chinesischen E-Commerce-Konzern in dieser Woche über die kritischen Rückmeldungen informiert haben. Im Raum steht ein Deal im Volumen von rund 2,5 Milliarden Dollar, über den Brüssel bis zum 23. Oktober entscheiden muss.
Zugeständnisse überzeugen Rivalen offenbar nicht
JD.com hatte angeboten, Ceconomy Zugang zur europäischen Logistik- und Technologieinfrastruktur des Konzerns zu marktüblichen Konditionen zu gewähren. Auch kleinere Wettbewerber sollten entsprechende Leistungen zu fairen und diskriminierungsfreien Bedingungen nutzen können. Die Reaktionen aus dem Markt legen jedoch nahe, dass diese Zusagen aus Sicht der Rivalen nicht weit genug reichen. Damit wächst der Druck auf JD.com, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu erweitern, falls der Konzern eine Freigabe ohne weitergehende Auflagen erreichen will.
Im Kern prüft die EU-Kommission, ob JD.com durch staatliche Unterstützung aus China einen Vorteil erhalten haben könnte, der den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt verzerrt. Brüssel hatte im Mai vorläufig festgestellt, dass der Konzern möglicherweise von günstiger Finanzierung, Steuervergünstigungen und Zuschüssen profitiert haben könnte. Diese Vorteile sollen mit chinesischen staatlichen Stellen in Verbindung stehen. Im Juli konkretisierte die Kommission, welche Punkte JD.com adressieren müsste, um die Bedenken im Rahmen der Foreign Subsidies Regulation auszuräumen.
Prüfung wird zum politischen Konflikt
Die Gespräche zwischen Ceconomy und JD.com über ein mögliches freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot laufen seit Juli 2025. Seitdem steht die Transaktion unter intensiver Regulierung. Anders als in einem klassischen Kartellverfahren geht es bei der EU-Prüfung nicht allein um Marktanteile. Im Fokus steht auch, ob finanzielle Vorteile aus Drittstaaten den Wettbewerb beeinflussen. Für Brüssel ist der Fall damit ein wichtiger Prüfstein für die Anwendung der Foreign Subsidies Regulation auf große chinesische Investitionen in Europa.
Zusätzliche Brisanz erhielt das Verfahren im August, als Chinas Justizministerium gemeinsam mit dem Handelsministerium und weiteren Behörden heimische Unternehmen anwies, nicht mit der EU-Untersuchung zu kooperieren oder sie zu unterstützen. Peking bezeichnete das Vorgehen der Europäischen Union als unzulässige extraterritoriale Rechtsanwendung. Für JD.com entsteht dadurch eine schwierige Lage: Der Konzern muss Anforderungen der EU adressieren und zugleich Vorgaben chinesischer Behörden berücksichtigen.
Weder die Europäische Kommission noch JD.com äußerten sich laut Reuters zu den negativen Rückmeldungen der Wettbewerber. Falls die bisherigen Zusagen nicht ausreichen, könnten zusätzliche Auflagen folgen. Im Extremfall wäre auch eine Blockade der Transaktion möglich. Der nächste konkrete Prüfpunkt bleibt die Entscheidung der EU-Kommission bis zum 23. Oktober.

etailment
Unter dem Namen Redaktion veröffentlicht das Team von etailment.de gemeinsam recherchierte Nachrichten und Analysen aus dem digitalen Handel.
Alle Beiträge