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Walmart öffnet Scintilla für Marktplatzdaten

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Walmart erweitert seine Datenplattform Scintilla im kommenden Jahr um Marktplatzdaten, berichtet Digiday.com. Lieferanten, die zugleich über Walmarts Marktplatz verkaufen, sollen dort beide Vertriebswege nebeneinander sehen. Dazu kommen konfigurierbare Dashboards, eigene Warnmeldungen und ein ausgebauter KI-Assistent namens „Marty“, der nicht mehr nur Berichte zusammenfasse, sondern Empfehlungen ausspreche – etwa, warum Kunden abwandern. Reine Marktplatzhändler bleiben vorerst außen vor.

Walmart baut seine Daten- und Analyseplattform Scintilla im kommenden Jahr deutlich aus. Wie Digiday.com berichtet, sollen erstmals Marktplatzdaten in Scintilla einfließen. Zugriff erhalten zunächst Lieferanten, die als First-Party-Anbieter mit Walmart zusammenarbeiten und zusätzlich über den Walmart-Marktplatz verkaufen. Sie können damit ihr Walmart.com-Geschäft umfassender auswerten und beide Vertriebswege parallel betrachten. Reine Marktplatzhändler bleiben vorerst außen vor; laut Walmart gibt es derzeit keine Pläne, Scintilla für sie zu öffnen.

Mehr Transparenz über Vertrieb, Kundenverhalten und Warenfluss

Die Erweiterung wurde im Rahmen der Inspire-Konferenz von Walmart Data Ventures vorgestellt. Neben den Marktplatzdaten kündigte Walmart konfigurierbare Dashboards, eigene Warnmeldungen und eine engere Verzahnung mit der Scintilla-In-Store-App sowie den Auffüllsystemen des Konzerns an. Die neuen Dashboards sollen verschiedene Datenbestände zusammenführen. Nutzer sollen an einer Stelle erkennen können, ob Umsätze steigen oder sinken, wie sich Kundenverhalten verändert und wo operative Probleme entstehen. Dazu zählen etwa abwandernde Kunden, veränderte Nachfrage oder Bestände, die nicht am passenden Ort liegen.

Mark Hardy, Leiter von Walmart Data Ventures, beschreibt den Schritt als Versuch, die Zusammenarbeit mit Lieferanten einheitlicher zu gestalten. Perspektivisch sollen auch Marktplatzverkäufer stärker einbezogen werden. Für Marken ist der zusätzliche Datenzugang vor allem relevant, weil er bessere Rückschlüsse auf Werbung, Preise, Sortiment und Lieferkette erlaubt. Amit Dodeja, CMO des E-Commerce-Accelerators Spreetail, wertet den Schritt laut Bericht als sinnvolle Öffnung. Mehr proprietäre Daten könnten das Vertrauen von Drittanbietern in die Plattform stärken.

Marty soll aus Daten konkrete Empfehlungen ableiten

Ein zentraler Teil des Updates betrifft den KI-Assistenten Marty. Bisher konnte die Scintilla-KI vor allem Kennzahlen erklären, Plattformfunktionen erläutern, Veränderungen in Berichten markieren oder Ergebnisse zusammenfassen. Künftig soll Marty Datenquellen übergreifend auswerten und konkrete Handlungsempfehlungen liefern. Als Beispiel nennt Walmart Hinweise darauf, warum Kunden abwandern und welche Maßnahmen in Bereichen wie Werbung, Bestandssteuerung oder Versorgung helfen könnten.

Damit rückt Scintilla stärker in Richtung eines operativen Steuerungswerkzeugs. Lieferanten sollen nicht allein Einzelberichte prüfen, sondern Zusammenhänge zwischen Nachfrage, Kundenbindung, Warenverfügbarkeit und Kampagnenleistung schneller erkennen. Walmart verbindet die neuen Funktionen mit dem Anspruch, seinen Partnern mehr Sichtbarkeit über das Geschäft auf Walmart.com zu geben. Die Einblicke beziehen sich dabei auf das eigene Geschäft und die eigenen Kundenbeziehungen im Walmart.com-Kontext.

Der Ausbau reiht sich in mehrere Schritte von Walmart Data Ventures ein. Im Februar startete Walmart Scintilla In-Store, eine Weiterentwicklung der 2022 übernommenen Plattform Volt, die Außendienstteams von Lieferanten Daten auf Filialebene bereitstellt. Zudem soll Scintilla im kommenden Jahr auf Sam’s-Club-Lieferanten in den USA ausgeweitet werden. Walmart-Finanzchef John David Rainey sagte zuletzt, Walmart Data Ventures wachse spürbar; Umsätze der Sparte weist der Konzern jedoch nicht gesondert aus. Die nächsten messbaren Schritte sind die angekündigten Scintilla-Funktionen im kommenden Jahr.

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