Der britische Online-Händler The Very Group setzt für die Personalisierung seiner Shops auf die KI-Plattform von Made With Intent, berichtet Retailtechnologyinnovationhub.com. Die Software werte mehr als 800 Verhaltenssignale aus, lese daraus in Echtzeit die Kaufabsicht und entscheide, wer wann welchen Rabatt oder welche Zahlungsoption sehe. Was wirkt, merke sie sich für künftige Besuche. Im ersten Monat sei der Umsatz pro Kunde bei einer nicht näher beschriebenen KI-Strategie um ein Fünftel gestiegen.
Die britische The Very Group, Betreiberin der Onlinehändler Very und Littlewoods, setzt bei der Shop-Personalisierung auf die Plattform von Made With Intent. Laut Retailtechnologyinnovationhub.com soll die Lösung erkennen, welche Absicht Kundinnen und Kunden während ihres Besuchs verfolgen. Dafür wertet sie mehr als 800 Verhaltenssignale aus und entscheidet in Echtzeit, welche Inhalte, Rabatte oder Zahlungsoptionen angezeigt werden.
Personalisierung nach Kaufabsicht
Im Zentrum steht eine agentische Entscheidungslogik, die auf einem proprietären Modell und einem Optimierungsagenten basiert. Die Plattform ordnet Besucherinnen und Besucher unterschiedlichen Intent-Kombinationen zu und testet, welche Ansprache in welchem Kontext wirkt. Erkenntnisse aus einer Sitzung werden für spätere Besuche genutzt. Damit verschiebt The Very Group die Personalisierung im E-Commerce stärker auf den Moment der konkreten Kaufabsicht.
Praktisch bedeutet das: Kundinnen und Kunden können individuelle Rabattangebote sehen, wenn ihre bisherigen Shopping-Trends dafür sprechen. Ebenso sind Hinweise an bestimmten Punkten der Customer Journey vorgesehen. Dazu zählen auch personalisierte Zahlungsoptionen, die dann erscheinen, wenn sie aus Sicht der Plattform relevant sind. The Very Group beschreibt die Lösung als neuen Hebel für das E-Commerce-Team, um schnell und skalierbar zu steuern, was Kunden wann sehen.
Erste Kennzahlen fallen positiv aus
Sarah Hanna, Digital Director bei The Very Group, verweist auf erste kommerzielle Effekte. Im ersten Monat der Partnerschaft habe eine nicht näher beschriebene agentische Strategie den Umsatz pro Kunde um ein Fünftel erhöht. Zudem sei die Gesamt-Conversion gestiegen. Weitere Details zur Methodik, zur Vergleichsbasis oder zur Laufzeit der Messung nennt der vorliegende Bericht nicht.
Made With Intent positioniert seine Plattform als Antwort auf statische Shop-Erlebnisse, die für alle Besucher gleich aussehen. Gründer David Mannheim sieht in der Technologie einen Weg, Onlinehandel stärker in Echtzeit auszurichten. Die Entscheidung darüber, welche Erfahrung ausgespielt wird, soll auf Verhalten und Kontext beruhen. Damit adressiert die Lösung ein zentrales Ziel vieler Retailer: personalisierte Angebote, ohne jede Variante manuell auszusteuern.
Einordnung im Retail-Tech-Umfeld
Der Bericht ordnet Made With Intent zusätzlich in die erste Retail Technology Hot 100 von RTIH ein. Die Auswahl basiert auf Feedback einer Fachjury sowie einer öffentlichen Abstimmung. Bewertet wurden unter anderem die Relevanz des Händlerproblems, nachweisbare Retail-Einsätze in den Jahren 2025 und 2026 sowie technische Innovation und Verteidigbarkeit. Made With Intent wird damit als Anbieter geführt, dessen KI-gestützte Personalisierung aktuelle Herausforderungen im Onlinehandel adressiert.
Für The Very Group ist die Kooperation vor allem ein operativer Test für Echtzeit-Personalisierung im laufenden Shopbetrieb. Die nächsten belastbaren Aussagen hängen davon ab, ob sich die frühen Effekte über weitere Strategien und längere Zeiträume bestätigen. Belegt ist bislang der genannte Startwert: plus 20 Prozent Umsatz pro Kunde in einer agentischen Strategie im ersten Monat.
