Die Inflation in Deutschland kletterte im September von 2,9 auf 3,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Dezember 2023, meldet das Statistische Bundesamt. Den Takt geben die Energiepreise vor, die binnen Jahresfrist um 14,9 Prozent zulegten. Grund sei der Preisauftrieb am Ölmarkt seit Beginn des Iran-Kriegs. Sprit kostete 37,1 Prozent mehr als vor einem Jahr, leichtes Heizöl sogar 74,9 Prozent. Der seit 1. Oktober geltende Tankrabatt fließe in diese Zahlen noch nicht ein.
Die Teuerung in Deutschland hat im September 2026 spürbar angezogen. Die Inflationsrate stieg von 2,9 Prozent im August auf 3,3 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Dezember 2023. Das vorläufige Ergebnis wurde bestätigt, ebenso der monatliche Anstieg der Verbraucherpreise um 0,6 Prozent. Auch der harmonisierte Verbraucherpreisindex lag im September bei 3,3 Prozent zum Vorjahresmonat und 0,6 Prozent zum Vormonat. Das Statistische Bundesamt sieht den Hauptgrund in der Entwicklung der Energiepreise.
Energie treibt die Inflation
Besonders stark verteuerten sich Energieprodukte. Sie kosteten im September 2026 insgesamt 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit nahm der Preisdruck bei Energie den dritten Monat in Folge zu. Im August hatte der Anstieg noch 10,5 Prozent betragen, im Juli 8,3 Prozent und im Juni 3,4 Prozent. Laut Destatis war dies der stärkste Zuwachs der Energiepreise seit Februar 2023.
Der Preisauftrieb auf dem Rohölmarkt seit Beginn des Iran-Kriegs zeigt sich vor allem bei Mineralölprodukten. Kraftstoffe waren im September um 37,1 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Leichtes Heizöl verteuerte sich sogar um 74,9 Prozent. Auch Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe legten mit 15,6 Prozent deutlich zu. Für Verbraucherinnen und Verbraucher erhöhen sich damit vor allem die laufenden Kosten für Mobilität und Wärme.
Gleichzeitig entwickelten sich einige Energiearten rückläufig. Strom kostete 5,5 Prozent weniger als im September 2025, Erdgas ohne Betriebskosten 2,8 Prozent weniger und Fernwärme 1,0 Prozent weniger. Diese Rückgänge führt Destatis teilweise auf Maßnahmen der Bundesregierung zurück, die bereits seit Jahresbeginn umgesetzt wurden. Der seit 1. Oktober 2026 geltende Tankrabatt ist in den Septemberwerten noch nicht enthalten.
Nahrungsmittel bleiben im Schnitt stabiler
Nahrungsmittel verteuerten sich im September 2026 um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit blieb ihr Beitrag zur Gesamtinflation unterdurchschnittlich. Einzelne Produkte legten dennoch deutlich zu: Eier kosteten 15,2 Prozent mehr, frisches Gemüse 12,0 Prozent mehr. Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte verteuerten sich um 4,5 Prozent.
Entlastend wirkten vor allem Preisrückgänge bei Speisefetten und Speiseölen. Sie waren 15,0 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor, Butter sogar 29,5 Prozent. Frisches Obst verbilligte sich um 4,9 Prozent, Molkereiprodukte um 5,5 Prozent. Die Daten zeigen damit ein gemischtes Bild im täglichen Konsum: Während Energie stark nach oben zieht, bleiben viele Lebensmittelpreise vergleichsweise moderat.
Kerninflation unter der Gesamtteuerung
Ohne Energie lag die Inflationsrate im September bei 2,1 Prozent. Ohne Heizöl und Kraftstoffe betrug sie 1,8 Prozent. Die Kerninflation, also die Teuerung ohne Nahrungsmittel und Energie, blieb wie bereits im Juli und August bei 2,4 Prozent. Sie lag damit weiterhin unter der Gesamtinflation.
Die Warenpreise insgesamt stiegen im September um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Verbrauchsgüter verteuerten sich um 5,4 Prozent, vor allem wegen der Energieentwicklung. Gebrauchsgüter legten dagegen um 1,0 Prozent zu. Für die weitere Preisentwicklung bleibt offen, wie stark sich der Tankrabatt ab Oktober 2026 in den Verbraucherpreisen niederschlägt.
