Foto: Mitarbeiter übergibt einem Besucher an einem Infostand im hellen Einkaufszentrum ein Blatt.
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Zalando sucht Lagerpersonal im Ladenlokal

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Zalando hat Personal für sein neues Lager in Gießen per Pop-up-Store in einem Einkaufszentrum der Innenstadt rekrutiert, berichtet Textilwirtschaft.de. In vier Tagen seien über 300 Kontakte und 50 Einstellungen zusammengekommen; jede habe rund halb so viel gekostet wie in der Logistik üblich. Gießen ersetze den Standort Erfurt, an dem rund 2700 Menschen ihren Job verlören, und solle bis Ende 2027 auf 1700 Beschäftigte wachsen.

Zalando hat den Aufbau seines neuen Standorts in Gießen mit einer ungewöhnlich lokalen Recruiting-Offensive begleitet. Für das Lager, das im Juni 2026 als größter und modernster Logistikstandort des Unternehmens an den Start ging, wurde ab März Personal für eine Fläche von 130.000 Quadratmetern gesucht. Mittlerweile sind 1000 Arbeitsverträge unterschrieben. Bis Ende 2027 sollen in Gießen 1700 Beschäftigte in Lager und Büros arbeiten, berichtet Textilwirtschaft.de.

Der Aufbau steht unter besonderer Beobachtung, weil Gießen den Standort Erfurt ersetzt. Dort verloren rund 2700 Menschen ihren Job, nachdem Zalando im Januar das Aus für sein erstes und ältestes Lager bekanntgegeben hatte. Der Druck auf das Recruiting war entsprechend hoch. Das dreiköpfige Talent-Akquisition-Team in Gießen setzte deshalb früh auf lokale Sichtbarkeit: gebrandete Busse, Google Ads, Social Media, Plakatwände, Pressearbeit, Karrieremessen und ein Speed-Dating im Riesenrad auf dem Frühjahrsjahrmarkt.

Pop-up-Store als Recruiting-Bühne

Im Zentrum der Kampagne stand ein Pop-up-Store im Einkaufszentrum „Neustädter“ in der Gießener Innenstadt. Die Idee entstand im Austausch mit der Wirtschaftsförderung über leerstehende Flächen. Für Zalando passte das Format zur bekannten Outlet-Welt der Marke und machte den Arbeitgeber vor Ort direkt erlebbar. Beworben wurde die Aktion vom 15. bis 18. April mit Aufstellern im Einkaufszentrum, lokaler Pressearbeit und einer Mediakampagne. Allein auf der Website „Gießen aktuell“ zählte Zalando nach eigenen Angaben 88.000 Aufrufe.

Der Store wurde kostensparend mit Messe-Equipment eingerichtet. Lagerwannen dienten als Träger für Flyer und Give-aways. Recruiter und Führungskräfte anderer Standorte unterstützten vor Ort, damit Bewerberinnen und Bewerber nicht lange warten mussten. Unterlagen konnten direkt mitgebracht werden. Gespräche waren auf Deutsch, Englisch, Türkisch und Arabisch möglich; am Standort selbst werden Deutsch und Englisch gesprochen.

Viele Kontakte, niedrige Kosten

Das Ergebnis der viertägigen Aktion fiel deutlich aus: Zalando registrierte mehr als 300 Kontakte und kam auf 50 Einstellungen. Nach Angaben des Unternehmens lagen die Einstellungskosten rund 50 Prozent unter dem, was sonst in der Logistik üblich sei. Zugleich wirke die Aktion über den Zeitraum hinaus, weil Bewerber den Erstkontakt im Einkaufszentrum weiterhin ansprechen. Für Zalando war das Format damit auch ein Signal an die Stadt: Der Konzern will als großer lokaler Arbeitgeber wahrgenommen werden.

Die Personalverantwortlichen sehen das Konzept besonders dort als geeignet an, wo Marke, Kundenerlebnis und viele offene Stellen zusammenkommen. Nach dem schnellen Aufbau rückt nun die Bindung der Beschäftigten stärker in den Vordergrund. Zalando will seine Unternehmenskultur in Gießen über Diversity, Entwicklungsmöglichkeiten und Benefits greifbar machen. Die nächste operative Bewährungsprobe steht unmittelbar bevor: Bald folgt die Black Week, bis Ende 2027 sind am Standort 1700 Beschäftigte geplant.

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