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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Björn BöerChefredakteurdiskutieren führende Köpfe aus Retail und Travel – darunter Christian Gründig (TUI Cruises), Maik Giannoccaro (SiNN) und Gwendolin Tiltmann (valantic), wie Interaktion und Gamification Kundenbindungsprogramme wirklich relevanter machen. Praxisnah, mit echten Einblicken und konkreten Impulsen für moderne Loyalty. Donnerstag, 16.04.2026 | 10:00–11:30 Uhr | digital & kostenlos. Jetzt anmelden.
HANDEL NATIONAL
Aliexpress verlagert Logistik näher an deutsche Kunden
Aliexpress baut seine Logistik in Deutschland aus und kooperiert dafür mit DHL und Hermes, zitiert Haendlerbund.de eine Medienmitteilung. Über den „Choice“-Service sollen Bestellungen künftig in drei bis fünf Tagen direkt aus europäischen Lagern eintreffen. Laut Aliexpress liege die Zustellquote binnen fünf Kalendertagen momentan bei 90 Prozent. Außerdem übernehme man bei Logistikproblemen die Haftung gegenüber Kunden. Händler sollen vor Sanktionen geschützt sein, deren Ursachen außerhalb ihres Einflusses lägen.
Expertenbeitrag: Ein Jahr TikTok Shop: Resümee & Status quo
Ein Jahr TikTok Shop in Deutschland – überhyped, abgeschrieben, unterschätzt. Etailment-Experte Markus Caspari ordnet ein, warum der Vergleich mit Amazon methodisch scheitert und was die NIQ-Paneldaten über die echte Käuferstruktur verraten.
Senioren sichern dem Prospekt das Überleben
Der gedruckte Handzettel bleibt trotz digitaler Konkurrenz ein Pfeiler der Einkaufsplanung, zitiert LZDirekt.de eine Studie von Mafowerk. Mittlerweile informierten sich 30 Prozent der Shopper bevorzugt online, ein Zuwachs von zehn Prozentpunkten seit 2022. Im Schnitt lägen 5,6 handelsrelevante Apps auf deutschen Smartphones, bei 64 Prozent der Nutzer lösten Push-Nachrichten einen direkten Kaufimpuls aus. Doch 71 Prozent der 60- bis 69-Jährigen hielten den Prospekt weiterhin für praktischer. Händler müssten wohl oder über weiter beide Welten bedienen.
Während die Wirtschaft auftaut, friert der Handel lieber
Der Handel zeigt sich bei Investitionen so zurückhaltend wie kaum eine andere Branche, meldet das Ifo-Institut. Der Saldo der Investitionserwartungen verharre im März bei minus 9,6 Punkten und damit nahezu auf Dezember-Kälte. Gesamtwirtschaftlich habe sich das Klima dagegen aufgehellt: Der Indikator kletterte von minus 3,1 auf plus 0,2 Punkte. Besonders der Fahrzeugbau lege zu, von plus 2,9 auf plus 14,8 Punkte. Die Dienstleister bauten ihren leicht positiven Ausblick auf plus 2,8 Punkte aus.
HANDEL INTERNATIONAL
USA: Staatsanwalt dokumentiert Preisdruck auf Amazon-Händler
Neu entschwärzte Gerichtsdokumente untermauern den Vorwurf, Amazon dränge Marktplatz-Händler zu höheren Preisen bei Konkurrenten wie Walmart, Target oder Wayfair, berichtet Theguardian.com. Ein Cent Differenz genüge bereits, damit Amazon Händlern die Buy Box entziehe, wodurch deren Umsatz dort um rund 80 Prozent einbreche. Betroffene Händler hätten daraufhin ihre Preise auf anderen Plattformen angehoben. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta habe die Belege in seiner Zivilklage von 2022 eingeführt; der Prozess beginne im Januar 2027. Amazon weise die Vorwürfe zurück.
Bytedance hat 2025 über 70 Prozent seines Nettogewinns eingebüßt, weil der Mutterkonzern von Tiktok und Douyin kompromisslos in KI investiert, berichtet Scmp.com unter Berufung auf Securities Times und 36Kr. Zeitgleich sei der Auslandsumsatz um knapp 50 Prozent gewachsen und habe damit das China-Geschäft (plus 20 Prozent) deutlich abgehängt. Erstmals stamme mehr als 30 Prozent des Gesamtumsatzes aus dem Ausland. Treiber sei vor allem Tiktok Shop, dessen Bruttowarenwert um fast 70 Prozent zugelegt habe.
Mercado Libre: E-Commerce, 67 Prozent – Fintech, 43 Prozent
Mercado Libre wird als E-Commerce-Konzern bewertet, verdient sein Geld inzwischen aber zunehmend als Fintech, so eine Analyse auf Seekingalpha.com. Der Fintech-Arm Mercado Pago mache laut Geschäftsbericht 2025 bereits 43 Prozent des Umsatzes aus, 2021 seien es erst 34 Prozent gewesen. Das Transaktionsvolumen übersteige das Marktplatzvolumen um das Vierfache, das Kreditportfolio habe sich binnen eines Jahres nahezu verdoppelt. Als Risiken für das Geschäftsmodell blieben Kreditausfälle, Fintech-Regulierung und Währungsschwankungen, besonders im wichtigen Markt Argentinien.
Lululemon geht in Mexiko online und baut acht neue Stores
Lululemon hat am 20. April 2026 seinen Online-Shop in Mexiko gestartet, meldet Goldesel.de. Das Sortiment reiche von Performance-Ausrüstung über Schuhe bis zu Accessoires für Yoga, Pilates, Running und Alltag. Parallel plane der Sportmodeanbieter im Geschäftsjahr 2026 rund 15 Filialeröffnungen in Nordamerika, acht davon in Mexiko; das erklärte Ziel seien über 30 Stores bis Jahresende. Überschattet werde die Expansion allerdings von einer texanischen Untersuchungsanfrage zu möglichen „forever chemicals“ in Produkten.
Tissot launcht indischen Online-Shop
Tissot hat in Indien einen eigenen Online-Shop gestartet, wie Indiantelevision.com berichtet. Der Schweizer Uhrenhersteller wolle damit näher an die Kundschaft rücken und zeitgleich die neue Kollektion „Gentleman“ einführen. Versendet werde aus einem indischen Lager, womit Tissot Parallelimporte und Fälschungen ausschließen wolle. CEO Sylvain Dolla bezeichne Indien als einen der dynamischsten Märkte weltweit: Tissot sei bereits in über 400 Geschäften vor Ort vertreten und führe nach eigenen Angaben den Markt für Schweizer Uhren nach Stückzahl und Umsatz an.
Whatsapp Plus: Meta verkauft Glitzer-Icons für 2,49 Euro
Meta startet den gestaffelten Rollout des Bezahlabos Whatsapp Plus, meldet ITMagazine.ch. In der Android-Beta koste das optionale Abo 2,49 Euro monatlich, der finale Preis sei noch offen. Abonnenten erhielten exklusive Stickerpakete, 18 Akzentfarben, 14 App-Icons samt Glitzer-Finish und „kosmischem Nebel“ sowie zehn Klingeltöne. Funktional ließen sich bis zu 20 Chats pinnen und Chatlisten-Einstellungen gebündelt anpassen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
KI muss so langweilig sein wie der Browser
Unternehmen sollten aufhören, KI als Allheilmittel zu begreifen, schreibt der CTO von Endava auf Techradar.com. Die Suche nach der einen transformativen „Killer-App“ für die gewachsenen Systeme führe zu Problemen bei Governance, Integration und Ausfallsicherheit. Sinnvoller sei eine Bestandsaufnahme: Wo stecken die wertvollsten Prozesse, wo bremsen unstrukturierte Daten Entscheidungen? KI werde dann zur unauffälligen Infrastruktur, wie heute ein Browser. Eine andere Hürde sei menschlich: Angst in der Belegschaft, Ungeduld bei Führungskräften, oder das zu schnelle Aufgeben nach missglückten Prompts.
Fast jeder dritte Büroangestellte sabotiert die KI-Pläne des eigenen Unternehmens aktiv, zitiert T3N.de eine Umfrage von Writer. Die Methoden reichten vom Füttern der Tools mit sinnlosen Informationen, über das bewusste Verwenden schlechter Antworten, bis zur absichtlichen Verfälschung der Performance-Bewertungen. 30 Prozent wollten so ihren Job schützen, 28 Prozent hätten Sicherheitsbedenken. 76 Prozent der Führungskräfte hielten diese stille Meuterei für eine ernste Bedrohung. Doch 72 Prozent berichteten selbst von wachsendem Stress durch die KI-Einführung, bei jedem Dritten sogar auf „lähmendem Niveau“.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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