
"Amazon Go" wird vom China-Rivalen JD überholt
Immer mehr Händler testen Technologien für Läden ohne Personal. Der chinesische Onlinehändler JD.com ist da schon weiter und nutzt autonome Warenhäuser auch, um seine Expansion voranzutreiben.
Lebensmittel, Kosmetika und Mode
Zum Angebot des X-Mart in Jakarta gehören neben Snacks und Getränken übrigens auch Kosmetika und Mode-Artikel. „Dies bedeutet, dass Kunden sogar eine Jeans in der Umkleidekabine anprobieren und anbehalten und dann ohne Kassenstopp rausgehen können“, meldet JD.com stolz. Seit der Eröffnung des ersten unbemannten Supermarktes in der Pekinger Zentrale im Oktober 2017 wird der Kaufvorgang wie auch die Filialsteuerung bei JD immer ausgefeilter. Die Läden nutzen moderne Technologien wie RFID, Gesichts- und Bilderkennung, um die Aktivitäten des Kunden zu verfolgen. Die im gesamten X-Mart platzierten Kameras erkennen die Bewegungen der Kunden und generieren so genannte Heatmaps, die die Laufwege, die Produktauswahl und die Kundenpräferenzen analysieren und somit dem Händler helfen, den Bestand, die Produktanzeigen und weitere Facetten des Filialmanagements zu optimieren.Offenbar mit Erfolg: Während des Jubiläums-Verkaufs am 18. Juni dieses Jahres sei das Transaktionsvolumen der unbemannten Geschäfte im Vergleich zum Tagesdurchschnitt um fast 600 Prozent gestiegen, meldet der Händler. JD sieht seine Offline-Store-Technologie als Teil seiner „grenzenlosen Einzelhandelsvision“, wie der Händler und Marktplatzbetreiber es nennt: „Der Idee, dass Verbraucher kaufen können, was, wann und wo sie wollen – online oder offline.“ Und man ist geneigt, ihnen zu glauben, dass das funktioniert: Ist JD.com doch einer der wenigen Händler, der den Worten Taten folgen lässt.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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