Amazon sucht für jedes seiner deutschen Versandzentren im Schnitt mehr als 1.000 Mitarbeiter, um das Weihnachtsgeschäft zu schaffen. Möglicherweise will sich der Versender gegen die nächsten Streiks von Verdi wappnen.
Verdi bleibt kampfeslustig
Die Gewerkschaft hat es allerdings in zahlreichen Streikwellen bislang nicht geschafft, die Versandzentren lahmzulegen. Verdi will eine Bezahlung der Beschäftigten nach Handelstarif durchsetzen. Amazon sieht sich hingegen als Logistiker, dessen Löhne am oberen Ende dessen lägen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei. Ein Ende des Konflikts ist nicht absehbar. "Solange Amazon mit uns keinen Tarifvertrag abschließt, stehen wir da auf der Matte", sagte Middeke.
Laut Verdi hat Amazon im vergangenen Jahr wegen der Streikdrohungen Schichten überbesetzt. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht im Detail äußern. Man werde alles daran setzen, die Lieferversprechen an die Kunden einzuhalten, erklärte eine Sprecherin. Die Saisonkräfte würden alle mit Zeitverträgen direkt bei Amazon eingestellt und erhielten einen Basis-Stundenlohn von 10,23 Euro plus Zulagen und Boni. Leiharbeiter setze man nicht ein.
