
Amazon versus Verdi: der ewige Arbeitskampf
Vor Ostern haben die neuen Streiks begonnen, nach dem Fest geht es weiter. Verdi versucht weiterhin, Amazon in den Tarifvertrag des Einzelhandels zu zwingen. Ohne Ergebnis.
Thomas RehmRedakteurKeine Lieferverzögerungen
"270 Mitarbeiter der Frühschicht sind dem Aufruf der Gewerkschaft gefolgt", erklärte Amazon. Zu Lieferverzögerungen komme es aber nicht, da der Großteil der insgesamt rund 11.000 Beschäftigten regulär arbeite. In Leipzig rechnete Verdi-Streikleiter Thomas Schneider bis zum Ende der Spätschicht mit mehr als 400 Beteiligten.
Bereits vor Ostern hatte es Streiks bei Amazon in Leipzig, Bad Hersfeld, Rheinberg, Werne, Koblenz, Pforzheim und Graben gegeben. "Der Kampf um existenzsichernde Tarifverträge bei Amazon hat nicht nur elementare Bedeutung für die Beschäftigten bei Amazon selbst, sondern für den gesamten Einzelhandel", sagte Hubert Thiermeyer von Verdi in Bayern. "Wenn transnationale Konzerne sich Wettbewerbsvorteile auf dem Rücken der Beschäftigten verschaffen, heizt dies den ruinösen Verdrängungswettbewerb im Handel noch weiter an."
Bundesweit hat Amazon neun Versandzentren. In Graben bei Augsburg verdienen die Beschäftigten nach Angaben des Unternehmens im ersten Jahr 10,89 Euro pro Stunde, im zweiten 12,35 und im dritten 13,01 Euro. "Hinzu kommen Extras: Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiter-Aktien, Gratis-Versicherungen, ein Pensions-Fonds und Mitarbeiterrabatte."

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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