
Auch Amazon-Zentrum Graben wird Streikort
Bad Hersfeld, Leipzig - jetzt Graben. Verdi erweitert die Liste mit den Amazon-Standorten, die bestreikt werden. Bisher sind die Ausstände eher Kammerspiele. Die Gewerkschaft glaubt aber, "den Arbeitgeber ordentlich zu treffen".
Thomas RehmRedakteur330 Mitarbeiter im Ausstand...
Neben Graben wurde am Montag in dem seit mehr als einem Jahr währenden Tarifstreit um bessere Bezahlung und Arbeitnehmerrechte auch im hessischen Bad Hersfeld gestreikt. Leipzig pausierte nach dem Ausstand am Wochenende. In Bad Hersfeld war es dagegen der dritte Streiktag in Folge nach einem sehr verhaltenen Streikbeginn im laufenden Jahr.
Ob auch in Bad Hersfeld am Dienstag die Arbeit niedergelegt wird, sollte sich im Tagesverlauf entscheiden. Auf lange Sicht könnte das Amazon-Lager in Rheinberg (NRW) der bundesweit vierte Standort für Streiks werden, sagte Mechthild Middeke von Verdi in Hessen.
Am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld (3.500 Mitarbeiter) sowie in Graben (2.200) beteiligten sich am Montag nach Angaben von Amazon in München 330 Mitarbeiter an dem Ausstand. Laut Verdi sollte im Tagesverlauf jeder dritte Beschäftigte die Arbeit niederlegen. Auf den Versand an die Kunden habe der Streik aber erneut keine Auswirkungen gehabt, versicherte ein Amazon-Sprecher.
...aber Verdi spricht von einem Erfolg
"Der Streik ist dennoch wirksam", befand Middeke. "Denn logistischer Mehraufwand entsteht in jedem Fall - und der kostet das Unternehmen etwas. Andere Beschäftigte müssen Überstunden schieben. Wir werden den Arbeitgeber schon ordentlich treffen."
Mit den Streikaktionen will die Gewerkschaft Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen bewegen, die sich an den Bedingungen des Einzelhandels orientieren. Amazon lehnt das ab und sieht sich selbst als Logistiker, dessen Bezahlung schon am oberen Ende des branchenüblichen Niveaus liege. "Wir werden einen langen Atem haben", sagte Gewerkschafterin Middeke.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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