Im Bundesland Hessen beginnt am heutigen Freitag die neuen Tarifrunde im Einzelhandel. Beobachter gehen von schwierigen Verhandlungen aus.
Für einen ausgelernten Verkäufer mit drei Jahren Berufserfahrung würde dies eine prozentuale Steigerung von 6,3 Prozent bedeuten, untere Lohngruppen würden entsprechend mehr profitieren.
Die Gewerkschaft verlangt zudem ein tarifliches Mindesteinkommen von 1.500 Euro für Vollzeitbeschäftigte. "Kräftige Tariferhöhungen für die Beschäftigten sind das beste Konjunkturprogramm", sagte ver.di- Verhandlungsführer Bernhard Schiederig. Mehr als die Hälfte der Beschäftigen im Handel arbeitet in Teilzeit. Tarifvertrag und Friedenspflicht sind zum 31. März ausgelaufen.
Lohnforderungen bis zu 6,9 Prozent, Warnstreiks angedroht
Die Arbeitgeber hatten die Forderungen zurückgewiesen. Ihr Ziel sei es, in der Wirtschaftskrise die Arbeitsplätze zu sichern, erklärten der Handelsverband BAG und der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE).
Im Einzelhandel arbeiten bundesweit rund 2,7 Millionen Menschen. 2008 waren für sie im Pilotbezirk Baden-Württemberg 3 Prozent Einkommenszuwachs sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro vereinbart worden.
In Hessen wird anders als bei der mit 17 Monaten besonders langwierigen Runde im vergangenen Jahr dieses Mal nicht über den Manteltarifvertrag verhandelt.