
Autoteile-Online-Shops, Gini + Banyan, digitale Souveränität, Amazon, Paypal, FedEx, Griechenland, Store Picking, BNPL
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Thomas RehmRedakteurHANDEL NATIONAL
Autoteile-Online-Shops verzeichnen 7,8 Prozent weniger Besuche
Die Besuchsfrequenz der deutschen Autoteile-Online-Shops ist zwischen September 2024 und August 2025 um 7,8 Prozent eingebrochen, so die Studie „AA-Stars 2026“ von Speed4trade.com. Das liege leicht über dem gesamteuropäischen Wert von minus 6,4 Prozent. Das Ranking indes habe sich nicht verändert. Wie im letzten Erhebungszeitraum liege Autodoc vor Auto-Teile-Unger (Atu) und Kfz-Teile24. Bemerkenswerte Newcomer-Shops wären: Kfzstemi (Platz 88), der 176 Plätze gutmachen konnte, und Teilando (Platz 78) mit einem Plus von 97 Plätzen.
KI-Dokumentenprofi Gini geht an Banyan Software
Banyan Software übernimmt die KI-Dokumentenplattform Gini, so das Unternehmen. Gini, seit 2011 aktiv, liefere Lösungen für automatische Dateneingabe und Zahlungsabwicklung – tief verwurzelt in den Systemen deutscher und österreichischer Finanz- und Versicherungsinstitute. Die Übernahme öffne Gini internationale Märkte und neue Kundensegmente. Das Führungsteam, die Marke und die Produktroadmap bleiben unberührt; der neue amerikanische Besitzer steuere nur Kapital und operativen Support bei.
Stationär & Online: Der Handel ist gespalten
Stationäre und Online-Geschäfte kämpfen in Deutschland mit sehr unterschiedlichen Problemen, zeigt der „KMU-Report 2025“ von Sumup.com. Der stationäre Handel sorge sich vor allem um Nebenkosten (44 Prozent), während im Online-Handel der Konkurrenzdruck (23 Prozent) und die wachsende Kaufzurückhaltung der Kunden (34 Prozent) belasteten. Nur 23 Prozent der Ladenbesitzer erwarteten Gewinnwachstum; 40 Prozent Stagnation – online rechneten 38 Prozent mit einem Plus und nur 26 Prozent mit Stillstand.
Bundestag plant den Microsoft-Abschied
Der Bundestag forciert die Abkehr von US-Softwaregiganten zur Sicherung seiner digitalen Souveränität, berichtet Heise.de. Eine Expertenkommission prüfe derzeit, wie die Abhängigkeit von Microsoft-Diensten zugunsten europäischer Alternativen schrumpfen könne. Die neue Strategie solle im Mai erscheinen und die Resilienz gegen Cyberattacken sowie politische Erpressbarkeit stärken. Erste Schritte umfassten die Einführung des Messengers „Wire“, während Brückenlösungen heimischer Cloud-Anbieter wie „Delos“ den radikalen Systemwechsel vorerst entschärfen sollten.
Deutschland hat die älteste Arbeitsbevölkerung der EU, meldet das Statistische Bundesamt. Von den 40,9 Mio. Erwerbstätigen seien 2024 knapp 9,8 Mio. zwischen 55 und 64 Jahre alt gewesen – ein Anteil von 24 Prozent, der höchsten in der Union. Der EU-Durchschnitt liege bei 20,1 Prozent. Der Grund sei vor allem, dass Erwerbstätige, bedingt durch die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters, immer länger arbeiten müssten.
HANDEL INTERNATIONAL
Amazon liefert immer schneller
Amazon hat laut Medienmitteilung 2025 zum dritten Mal in Folge neue Lieferrekorde aufgestellt. Weltweit seien über 13 Mrd. Artikel am gleichen oder am nächsten Tag beim Kunden angekommen, davon allein in den USA über acht Mrd. – ein Plus von 30 Prozent. Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs hätten dabei genau die Hälfte ausgemacht. Zudem hätte Amazon in den USA vier Mrd. Dollar in sein ländliches Liefernetz investiert, um Same-Day-Lieferung in über 4000 kleineren Gemeinden zu ermöglichen – dort habe sich die Nachfrage fast verdoppelt.
Paypal verfehlt laut Manager-Magazin.de trotz eines Umsatzsprungs auf 8,7 Mrd. Dollar seine jährlichen Gewinnziele, obwohl diese zwei Mal angepasst worden seien. Da der Zahlungsdienstleister im Konkurrenzkampf Vorsprung verliere und Anleger mit einer stagnierenden Gewinnprognose enttäusche, ziehe der Verwaltungsrat nun Konsequenzen: Ab März übernehme der bisherige HP-Chef Enrique Lores den Posten von CEO Alex Chriss. Lores solle die Innovationsgeschwindigkeit merklich steigern und mittels KI-Anwendungen Paypal wieder zum Taktgeber im digitalen Handel machen.
FedEx rollt White-Label-KI für Händler aus
FedEx verknüpft Logistik mit künstlicher Intelligenz und bietet Online-Händlern in den USA ab sofort White-Label-Lösungen für das Paket-Tracking sowie für Retouren an, die direkt in deren Shops integrierbar sind, berichtet Digitalcommerce360.com. Die neuen Werkzeuge würden Kundenanfragen automatisiert aufklären und Käufer dabei konsequent in der gewohnten Markenwelt des Anbieters halten. Laut einer begleitenden Untersuchung von Parcellab reduziere dieser digitale Service Kundenrückfragen um 42 Prozent. Zudem bestätige eine aktuelle FedEx-Umfrage, dass die Retourenabwicklung für 67 Prozent der Konsumenten ein entscheidendes Kaufkriterium darstelle.
Griechenlands E-Commerce: 21 Prozent mehr Bestellungen
Griechenlands E-Commerce verzeichnete im vergangenen Jahr 21 Prozent mehr Bestellungen als im Vorjahr, berichtet Naftemporiki.gr. Das Marktplatz-Schwergewicht Skroutz habe im Schnitt 22 Prozent höhere Händlerumsätze erzielt, wobei der Durchschnitts-Einkaufskorb mit Waren im Wert von über 52 Euro gefüllt gewesen sei. Besonders gefragt seien Smartphones und Sneaker. Die hauseigene Abo-Mitgliedschaft kurble den Konsum massiv an und sorge für fünfmal höhere Ausgaben, als Gelegenheitskäufer sie tätigen würden. Händler, welche die Logistik-Dienste der Plattform nutzten, erzielten über 41 Prozent mehr Erlös.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Store Picking: Strategischer Rückschritt oder kluger Schachzug?
Statt auf teure Roboter-Lager setzen viele Lebensmittelhändler wieder darauf, Online-Bestellungen direkt im Laden von Mitarbeitern zusammenstellen zu lassen. Experte Matthias Schu erklärt auf Etailment.de, warum dieses „Store Picking“ gerade ein Comeback feiert und warum es trotzdem oft so schwer ist, mit jeder einzelnen Lieferung wirklich Geld zu verdienen.
Der Trend zum späteren Bezahlen entgleitet vielen Konsumenten laut einer Umfrage der Finanzaufsicht Bafin zusehends, berichtet Heise.de. Jeder siebte Nutzer verliere die Übersicht über seine Zahlungsverpflichtungen, wobei besonders junge Käufer unter 30 Jahren gefährliche Erinnerungslücken zeigten. Knapp ein Drittel verwende die Methode aus akuter Finanznot. Diese bequeme Verschuldung führe aber dazu, dass sich etliche Kunden Geld bei Freunden leihen oder ihr Konto überziehen müssten, um die monatlichen Raten für Kleidung und Elektronik zu stemmen.
Zwischen Genie und Wahnsinn: Sicherheitsreport zur KI
Die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz verbessern sich rasant, während die Risiken für Gesellschaft und Arbeitsmarkt schärfere Konturen annehmen, so der „International AI Safety Report“ laut Theguardian.com. Neue Modelle legten bei komplexen Logikaufgaben massiv zu, blieben jedoch bei der autonomen Umsetzung von Langzeitprojekten fehleranfällig. Die Experten warnten außerdem, dass Deepfakes sowie die emotionale Bindung der Nutzer an KI-Begleiter deutlich zunähmen. Obwohl die vollständige Job-Automatisierung noch scheitere, entstehe für die Arbeitsmärkte ab 2027 eine potenzielle Bedrohung. Gleichwohl biete die Technologie beispielsweise für die medizinische Forschung eine beschleunigte Entwicklung.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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