
Bauernpräsident Sonnleitner ruft Handel zur Räson
Die Milchpreise fallen - und die Bauern sprechen von Turbokapitalismus. Verbandspräsident Gerd Sonnleitner hat bereits das Kartellamt eingeschaltet.
Thomas RehmRedakteurSonnleitner rief Discounter und Supermärkte auf, die Milchbauern nicht "an die Wand zu drücken".
Der Bauernpräsident sprach sich gegen eine Begrenzung der Milchmenge nur in Deutschland aus, was der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter fordert. Der Bundesrat entscheidet darüber am Freitag.
Deutscher Alleingang abgelehnt
Eine Mehrheit der Agrarexperten der Länder hatte sich jedoch dagegen ausgesprochen. "Ein Alleingang Deutschlands würde nur bedeuten, dass wir überflutet würden mit Milchprodukten von anderen Ländern", sagte Sonnleitner. Die Milchmenge müsse in Europa insgesamt sinken, die anderen europäischen Ländern seien aber dagegen, klagte der Verbandspräsident.
Seit Montag haben die Discounter Aldi, Penny und Lidl die Verbraucherpreise für Milch um 20 Prozent gesenkt. Heute zog Edeka nach. Sonnleitner hat bereits das Bundeskartellamt eingeschaltet.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge