
Bei Amazon in Bad Hersfeld wird wieder gestreikt
Erst Leipzig, jetzt Bad Hersfeld. Verdi setzt in diesem Frühjahr seinen Arbeitskampf bei Amazon fort. Das Unternehmen zeigt sich davon unbeeindruckt.
Björn BöerChefredakteurFür Amazon ist der Ausstand wie immer kein Problem
Eine Amazon-Sprecherin sprach von einer sehr kleinen Anzahl von Streikteilnehmern: "Die Mehrzahl der Mitarbeiter beteiligt sich nicht, weil sie bereits sehr attraktive Angebote und sehr gute Löhne bekommt." Für die Kunden seien keine Beeinträchtigungen zu erwarten: "Die Kunden können sich darauf verlassen, dass Amazon Päckchen und Ostergeschenke pünktlich ausliefert." Man werde auf das große Netzwerk von 28 Versandzentren in ganz Europa zurückgreifen.
Es ist der erste Streik in diesem Jahr am Standort Bad Hersfeld. In Leipzig hatte es bereits Mitte Januar weitere Ausstände gegeben, auch am vergangenen Freitag legten Beschäftigte dort die Arbeit nieder. Es sollte der Beginn einer neuen Streikwelle über Ostern sein. Weitere deutsche Standorte seien am Dienstag und Mittwoch von den Streiks nicht betroffen, hieß es bei Verdi.
Ein Konflikt für die Ewigkeit
Die Gewerkschaft will den deutschen Ableger des Branchenriesen aus den USA zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels zwingen. Amazon lehnt das strikt ab und verweist darauf, dass sich die Bezahlung der Mitarbeiter schon am oberen Bereich der Logistikbranche orientiere.
Das Unternehmen reagierte zuletzt immer wieder gelassen auf die Streiks und erklärte, die Kunden würden ihre Bestellungen pünktlich bekommen. Der Tarifkonflikt bei dem Versandhändler dauert seit dem Frühjahr 2013 an.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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