Bio-Bauern fürchten hartes Jahr 2011

Bio-Bauern fürchten hartes Jahr 2011

Vollkorn war gestern: Heute locken Bio-Läden mit Feinkost, Fisch und Fleisch aus heimischer Erzeugung. Allerdings machen den Bauern wachsende Konkurrenz aus dem Ausland und geplante Kürzungen zu schaffen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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"Wir sehen einen weiteren Aufwärtstrend", sagt Gerald Wehde vom Öko- Anbauverband Bioland. Wie viele der Bio-Lebensmittel aber in Zukunft noch aus Deutschland kommen, ist ungewiss.

Schon jetzt mache Bio-Obst und Gemüse aus dem Ausland den heimischen Bio-Bauern zunehmend Konkurrenz. "Gerade Osteuropa hat ordentlich Gas gegeben." In Deutschland hingegen könnten sich die Rahmenbedingungen für die Bio-Bauern im kommenden Jahr deutlich verschlechtern. Zum Entsetzen der Bio-Branche hatten Union und FDP im Herbst beschlossen, den Fördertopf für den Öko-Landbau auch für andere Bauernhöfe als Bio-Betriebe zu öffnen, der mit 16 Millionen Euro ohnehin nicht besonders prall gefüllt ist. "Damit nimmt man uns das letzte Geld und investiert lieber in Gentechnik", befürchtet Wehde.

Länder denken über Förderkürzungen nach

Aber auch einige Bundesländer denken angesichts klammer Kassen über Kürzungen bei der Bio-Förderung nach. In Schleswig-Holstein, Brandenburg und Baden-Württemberg gibt es nach Angaben des WWF Pläne, die Förderung zu streichen oder deutlich zu reduzieren. "Dies könnte das Aus für zahlreiche Bio-Landwirte bedeuten." Durch den Wegfall der Förderung würden einem durchschnittlich großen Bio-Bauern pro Jahr rund 8.000 Euro fehlen, rechnet der Öko-Bauernverband Naturland vor.
"Das macht für die Betriebe einen großen Unterschied."

Dabei nimmt das Interesse der Kunden an Bio-Lebensmitteln ständig zu. Von 1997 bis 2009 hat sich der gesamte Bio-Umsatz in Deutschland auf 5,8 Milliarden Euro vervierfacht. "Erstaunlich ist dabei, dass der Umsatz in den traditionellen Bioläden seit 2008 stärker wächst als in den Supermärkten und Discountern des konventionellen Lebensmittelhandels", sagt eine Sprecherin des Bundesverbandes Naturkost und Naturwaren.

Nach wie vor Nische

Nach stürmischen Jahren hat sich das Wachstum zuletzt aber etwas gebremst und gemessen am gesamten Lebensmittelmarkt bleibt Bio mit einem Marktanteil im einstelligen Prozentbereich immer noch eine Nische. Beim Fleisch macht der Bio-Anteil nach Angaben von Naturland gerade einmal 0,5 bis 1 Prozent aus. Neu ins Sortiment nehmen viele Bio-Läden inzwischen auch Fisch aus Bio-Anbau. Vor allem die ökologische Forellen-Zucht gewinnt in Deutschland an Bedeutung.

"Das hat früher kaum eine Rolle gespielt", sagt Naturland-Sprecher Carsten Veller. Allerdings sind viele Verbraucher nicht bereit, die meist deutlich höheren Preise für Bio-Lebensmittel zu zahlen. Die Wertschätzung für Lebensmittel ist nach Ansicht von Veller bei vielen Menschen nicht so stark ausgeprägt wie in anderen Ländern. "Das ist ein deutsches Phänomen."

Daniela Wiegmann, dpa

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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