
Buchbranche: "Amazon erpresst die Verlage"
Im Buchhandel entwickelt sich ein Streit zwischen Amazon und dem Rest der Branche. Es geht um Marktanteile bei E-Books und der Onlinehändler behindert hier offenbar zwei Verlage.
Björn BöerChefredakteurNach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" fordert Amazon in Europa von dem schwedischen Verlagskonzern Bonnier, zu dem bekannte deutsche Verlage wie Ullstein, Piper, Berlin und Carlsen gehören, höhere Rabatte bei der Belieferung mit E-Books. Um Druck auf Bonnier auszuüben, würden seit Anfang Mai zahlreiche Titel von dem Konzern angehörenden Verlagen nur mit langen Lieferfristen verkauft, obwohl die jeweiligen Titel problemlos vorrätig wären.
Amazon dominiert den deutschen Buchhandel
Der deutsche Versand-Buchhandel wird von Amazon dominiert. Im vergangenen Jahr konnte die der Branche ihre Erlöse um 4 Prozent auf etwa 2,7 Milliarden Euro hochschrauben, wie der Bundesverband deutscher Versandbuchhändler am Dienstag in Ulm mitteilte.
Das Plus sei maßgeblich auf Amazon zurückzuführen. Den Angaben nach dürfte der Onlinehändler 2013 allein mit Büchern einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro gemacht haben. Auf einem absteigenden Ast befindet sich dagegen weiterhin der klassische Versandbuchhandel. Der Verkauf etwa über Kataloge oder das Telefon ging um mehr als 11 Prozent auf 400 Millionen Euro zurück.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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