
Der Preis ist nicht alles
Hauptsache billig gilt nicht für jede Warengruppe: Die Rezession hat das Handelsmarkenwachstum nicht überproportional erhöht.
Rezession bevorteilt Handelsmarken nicht übermäßig
Allerdings zeigte ein Vergleich mit den Halbjahresdaten vor dem Beginn der Wirtschaftskrise ein noch etwas stärkeres Handelsmarkenwachstum (+ 5,2 Prozent) als im Rezessionszeitraum selbst (+4,6 Prozent). Das Fazit der Retail-Experten: Die Rezession hat das Handelsmarkenwachstum nicht überproportional erhöht.
Insgesamt zeigt sich im Nearfood-Bereich ein andauernder Preisanstieg, der je nach Warengruppe zwischen 1 und 9 Prozent liegt. Dabei halten die Drogeriemärkte weiterhin ein höheres Preisniveau als der Gesamtmarkt.
Warengruppe ist entscheidend
Je nach Warengruppe gibt es der Studie zufolge jedoch deutliche Unterschiede in der Preisentwicklung von Handels- und Industriemarke: So haben beispielsweise die Drogeriemärkte im Bereich Körperpflege die Preise für Handelsmarken kräftig erhöht (7,6 Prozent), während bei den Markenartikeln kaum Preissteigerungen wahrnehmbar sind (0,7 Prozent).
Obwohl Haarpflegeprodukte mit 61 Prozent eine besonders hohe Preisdifferenz zwischen Industrie- und Handelsmarke aufweisen, sind hier doch die Industriemarken eindeutig die Gewinner.
„Auch der größte Preisabstand ist kein Garant für hohe Handelsmarkenanteile“, sind Andreas Heim und Dr. Tanju Aygün, Retail-Experten bei The Nielsen Company, überzeugt: „Neben dem Preis beeinflussen auch andere ‚weiche’ Faktoren wie zum Beispiel der Verwendungszweck der Produkte oder die visuelle Präsenz der Artikel beim Konsumenten seine Kaufentscheidung.“
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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