
Deutsche wollen für prompte Lieferung nichts bezahlen
Die Akzeptanz von neuen Logistikservices wie die taggleiche Lieferung oder Versandkosten-Flatrates ist in Deutschland noch nicht allzu ausgeprägt, zeigt eine Studie. Der Grund dafür ist eindeutig.
"Logistikdienstleister müssen Mehrkosten weitergeben"
"Dass über die Hälfte der Befragten einen Aufpreis für Same-Day-Delivery ablehnt, steht dem deutlichen Mehraufwand für diesen Service diametral gegenüber", sagt Frank Iden, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hermes Logistik Gruppe Deutschland. "Denn natürlich müssen die den Logistikern entstehenden höheren Zustellkosten an die Versender oder deren Kunden weitergegeben werden. Wer neue und aufwendige Dienstleistungen wie die taggleiche Lieferung in Anspruch nehmen möchte, muss also auch bereit sein, dafür zu bezahlen."
Ähnlich wie beim Thema Same-Day-Delivery verhält es sich bei dem Service einer Versandkosten-Flatrate, wie beispielsweise das Online-Warenhaus Amazon sie unter dem Namen Amazon Prime anbietet: Mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer wünschen sich bei Onlinehändlern keine jährlichen Pauschalgebühren für Portokosten.
Für 14 Prozent sind Versandkosten-Flatrates interessant, 18 Prozent nutzen sie bereits. Bei den so genannten Heavy Shoppern, also Personen, die innerhalb von drei Monaten mindestens zehn Onlinekäufe tätigen, ist der Anteil der Flatrate-Nutzer mit fast einem Drittel dagegen naturgemäß deutlich höher, weitere 9 Prozent stehen einer Pauschalgebühr aufgeschlossen gegenüber.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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