Wie KION kreative Ideen für die Zukunft finden will

Wie KION kreative Ideen für die Zukunft finden will

Der Anbieter von Gabelstaplern, Lagertechnik und Lieferketten-Lösungen will mit dem Digital Campus Raum für konstruktive Diskussionen und kreative digitale Geschäftsmodelle schaffen.

SRSybille RoemerRedakteurin
4 Min.· Aktualisiert am
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Und so gibt es in den Räumlichkeiten keine Schreibtische oder abgeschotteten Büros, sondern große Bildschirme und verschiedene Treffpunkte, damit sich Start-up-Atmosphäre, Agilität und Raum für konstruktive Diskussionen frei entfalten können. "Am Anfang steht der Schmerz oder eine Idee“, beschreibt der Leiter ("Head") der neuen KION-Unit, Patrick Tomczak, wer den Weg in das neue Digital Center am Frankfurter Flughafen findet. "Und dann legen wir gemeinsam los und entwickeln neue Lösungen von der Idee über Prototypen bis hin zu einem Minimum-Viable-Product."Dabei vereinen die KION-Kreativen Methoden wie Design Thinking und agile Anwendungsentwicklung mit modernen digitalen Technologien. Der KION Digital Campus ist Teil der Strategie KION 2027, mit der der weltweit führende Logistik-Ausrüster profitabel im digitalen Zeitalter wachsen will. Dazu arbeiten seit Dezember 2017 Strategen, UX Designer und Entwickler gemeinsam an neuen digitalen Projekten. Unterstützt wurde KION bei dem Aufbau des Campus von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und deren Strategieberatung Strategy&.

Die kreativen Herangehensweisen sind vielfältig, das Ziel gleichwohl fokussiert: "Wir wollen zukunftsfähige digitale Lösungen erarbeiten, die echten Mehrwert für ihre Nutzer bieten", sagt Tomczak. Der Kunde kommt mit einer Idee aus seinem Geschäftsalltag und arbeitet, falls das Campus-Team einen belastbaren Business Case entwickeln kann, für einige Zeit direkt an der Lösung mit – gemeinsam mit dem festen, aus 12 Personen (und anfangs einem Hund) bestehenden Campus-Team, das Agile Coaches, Designer, Software Entwickler, Data Scientists und IT Architekten umfasst. Das Technologie-Know-how inklusive "Realitätscheck" holt sich KION je nach Bedarf von PwC. "Egal ob Internet of Things, Cloud oder künstliche Intelligenz – wir unterstützen KION, die Mitarbeiter und Kunden dabei, die neuen IT-basierten Technologien für sich zu nutzen und größtmöglichen Mehrwert zu erzielen. Hierfür arbeiten wir sowohl gemeinsam vor Ort im Digital Campus als auch virtuell über Grenzen hinweg mit erfahrenen Entwicklern zusammen", so Michael Bruns, Partner für Analytics und IoT bei PwC.

Design-Thinking, agiles Arbeiten, Sprints

"Die Arbeitsmethoden sind für die meisten Mitarbeiter eher ungewöhnlich – Design-Thinking, agiles Arbeiten, Sprints", beobachtet Tomczak. Doch so unkonventionell die Methoden, so greifbar seien die Ergebnisse: "Spätestens nach einer Woche muss es einen Prototyp geben. Auf dem Papier sieht vieles logisch aus. Erst bei einem Prototyp erkennt man die Schwachstellen des Konzepts." Das sei Teil der "Fail fast"-Mentalität, die im Campus gelebt werde.Auf diese Weise hat beispielsweise ein Team aus dem Service-Bereich von Linde Material Handling gemeinsam mit dem KION Digital Campus Produkte wie den Intelligent Service Report – ein Add-on zu einer bestehenden Applikation – weiterentwickelt. "Sie vereinfacht die Arbeitsschritte der Service-Techniker vom Auftragseingang bis zur Unterschrift des Kunden, inklusive Anbindung an den Ersatzteilkatalog via Sprachassistenz", erläutert Tomczak. "Neben der Entwicklung direkt anwendbarer neuer Kundenlösungen sowie in die Zukunft gerichteter neuer Geschäftsmodelle beschleunigen wir mit dem Digital Campus die digitale Transformation der gesamten Unternehmens-Gruppe. Unsere Mitarbeiter lernen neue Arbeitsweisen kennen, die ihnen im zunehmend digitalen Arbeitsalltag weiterhelfen", sagt Susanna Schneeberger, Chief Digital Officer der KION Group. Der Vorstandsposten wurde übrigens neu geschaffen, um dem hohen Stellenwert der Digitalisierung Rechnung zu tragen, wie es heißt.

Vernetztes Werk in Stříbro

Wie die digitale Transformation im eigenen Unternehmen aussehen kann, zeigt unterdessen das Werk im tschechischen Stříbro. Auf einer Fläche von etwa 24.000 Quadratmetern wurden die Produktionsprozesse automatisiert und online vernetzt. Das sogenannte Manufacturing Execution System führt die Mitarbeiter bei der Mast- und Kabinenmontage durch ihre Arbeit. Sie geben direkte Rückmeldungen zu Qualitätsmerkmalen, so dass KION bei etwaigen Abweichungen sofort reagieren kann.

Zudem wissen die Verantwortlichen zu jeder Zeit, wo welches Produkt im Fertigungsprozess steht – alles wesentliche Elemente einer Smart Factory, der Fertigung der Zukunft. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass interne Abläufe optimiert und Kosten reduziert werden.

Über Kion

Die KION GROUP AG ist ein Anbieter von Gabelstaplern, Lagertechnik und verbundenen Dienstleistungen sowie Supply-Chain-Lösungen. In mehr als 100 Ländern optimiert die KION Group mit ihren Logistik-Lösungen den Material- und Informationsfluss in Fabriken, Lagerhäusern und Vertriebszentren. Der Konzern ist eigenen Angaben zufolge in Europa der größte Hersteller von Flurförderzeugen, weltweit die Nummer Zwei und zudem führender Anbieter von Automatisierungstechnologie.
Weltweit sind mehr als 1,3 Millionen Flurförderzeuge und mehr als 6.000 installierte Systeme der KION Group bei Kunden sämtlicher Branchen und Größe auf sechs Kontinenten im Einsatz. Der Konzern hat mehr als 33.000 Mitarbeiter und weist für das Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von knapp 8 Milliarden Euro aus.

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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