Warum Google Conrad Electronic lobt

Warum Google Conrad Electronic lobt

Google-Managerin Petra Sonnenberg über die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander als Grundlage für Unternehmenserfolg. Und was Conrad Electronic hier richtig macht.

SRSybille RoemerRedakteurin
4 Min.· Aktualisiert am
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Denn bei der digitalen Transformation ist die Anschaffung und zeitgemäße Anwendung relevanter Technologie in Verbindung mit einer bewusst veränderten Arbeitskultur ein Hemmnis, das für viele Unternehmen einen nach wie vor innovationsbremsenden Faktor darstellt. Unternehmen müssen einen transformativen Prozess hin zu einer digitalen Unternehmenskultur aber nicht nur reflektiert denken, sondern ihn bewusst lenken.

Und wenn nicht?
Laut einer Studie des Global Center for Digital werden vier der Top-10-Anbieter in einem Marktsegment ihre Marktposition in den nächsten fünf Jahren verlieren – gerade auch, weil bei 45 Prozent der Unternehmen das Thema digitaler Wandel auf Vorstandsebene derzeit keine Rolle spielt.

Wie halten Sie das bei Google?
Bei Google funktioniert modernes und agiles Arbeiten genau wegen der Symbiose aus einer transparenten, lösungsorientierten Kultur und den technischen Möglichkeiten für eine unkompliziert schnelle und effektive Zusammenarbeit. Beide Aspekte geben jedem Mitarbeiter eine Stimme und berücksichtigen, dass Innovationen überall im Unternehmen entstehen können. Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, Neues auszuprobieren und Fehler nicht als Rückschlag, sondern als Chance zu begreifen.

So sind es viele kluge Köpfe, die an verschiedenen Orten sitzen, aber jederzeit ohne zeitliche Verzögerung zusammenarbeiten und sich abstimmen können, die mehr realisieren, als der Einzelne im stillen Kämmerlein. Wir rufen unsere Mitarbeiter dazu auf, miteinander zu kooperieren und untereinander zu kommunizieren und stellen die notwendigen integrierten Kommunikationskanäle zur Verfügung.

Warum ist es offenbar so schwierig, Wissen zu teilen?
Viele Entscheider in Unternehmen schildern mir ihre Unzufriedenheit gerade mit internen Kommunikationsprozessen. Oft schicken sich Mitarbeiter Dateien per E-Mail hin und her oder arbeiten in verschiedenen Dokumenten, wodurch Abstimmungsprozesse nicht nur unübersichtlich, sondern auch in die Länge gezogen werden.

Dies ist ebenso symptomatisch für den Mangel an digitaler Kultur wie die Tatsache, dass Informationen nicht allen Mitarbeitern in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen und vorhandene Daten nicht umfassend genutzt werden, um neue Erkenntnisse zu sammeln und Kunden mit der Individualität zu behandeln, die heutzutage eingefordert wird.

Also muss alles klüger organisiert werden...
Zum Beispiel lassen sich E-Mail, Kalender, Chat sowie das gemeinsame Arbeiten in Dokumenten, Tabellen oder Präsentationen sicher und verschlüsselt in der Cloud ablegen. Mitarbeiter können Videokonferenzen dabei jederzeit unkompliziert direkt vom Arbeitsplatz oder unterwegs vom Mobiltelefon starten. Etwa fünf Millionen Unternehmen nutzen heute weltweit diese Tools als einen Katalysator für den kulturellen Wandel. Erfolgreich und effizient sind nur solche Prozesse, die über eine einheitliche Plattform verknüpft sind.

Wie steht es bei einem Handelsunternehmen mit Filialen?
Aus vermeintlichen Kostengründen differenzieren Entscheidungsträger oftmals noch zwischen Arbeitnehmern mit PC-Arbeitsplätzen und denjenigen ohne. Doch sind es vor allem die Arbeitnehmer beispielsweise in Filialen und an Schaltern, die täglich im direkten Kontakt mit Kunden, Partnern und Lieferanten stehen.

Sie sind es, die Informationen aus erster Hand von immer aufgeklärteren Kunden erhalten, die für das Unternehmen und dessen Geschäftserfolg von großer Bedeutung und Grundlage neuer Lösungs- und Verbesserungsansätze sein können. Und dabei reichen heutzutage Smartphones und Tablets völlig aus, um die kommunikative und kollaborative Einbindung dieser sogenannten Floorworker zu garantieren und neue Potenziale zu nutzen.

Gibt es da ein positives Beispiel?
Conrad Electronic, der familiengeführte deutsche Elektronik-Versandhändler, macht gerade diese spannende Erfahrung. Mehr als 4000 Mitarbeiter in der Zentrale und den Filialen fühlen sich plötzlich verantwortlicher, denken und lenken anders als zuvor.

Während Conrad Electronics nun eine digitale Kultur lebt, herrscht in anderen Unternehmen häufig noch ein problemorientiertes Denken, bei dem primär debattiert wird, was bei der Einführung und Umsetzung neuer digitaler Möglichkeiten nicht machbar erscheint. Gerade auch aus diesem Grund behält man vermeintlich bewährte Standards bei, wodurch transformative Prozesse und die Entwicklung einer digitalen Kultur verhindert werden – mit letztendlich spürbaren Folgen.



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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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