
Discounter drehen weiter an der Preisschraube
Der Wettkampf um die günstigsten Preise bei Deutschlands Discountern geht weiter. Erneut kündigt Platzhirsch Aldi Nachlässe an. Norma und Netto lassen nicht lange auf sich warten.
Björn BöerChefredakteurAldi muss Preissignale setzen
Die Preissenkungen von Aldi dürften Auswirkungen auf den gesamten Einzelhandel haben. Denn viele Anbieter orientieren sich im Preiseinstiegsbereich am Discount-Marktführer. Erst vor einer Woche hatte Aldi die Preise für Eier, Instant-Kaffee und Instant-Tee gesenkt. Mehrere Ketten zogen daraufhin unverzüglich nach. Auch Norma erklärte, man gebe Einkaufsvorteile an die Kunden weiter. Eine Netto-Sprecherin nannte ebenfalls diese Begründung.
Besonders für Aldi ist es zurzeit wichtig, Preissignale zu setzen. Denn immer häufiger sieht sich der Marktführer durch Wettbewerber herausgefordert. So unterbieten Rivalen wie Lidl oder Rewe immer wieder mit Sonderangeboten die Aldi-Dauerpreise und kratzen damit am traditionellen Billig-Image des Unternehmens.
Die Supermarktkette Real startete vor einigen Monaten sogar eine Billig-Eigenmarke, die erklärtermaßen Aldi, Lidl und Co. preislich nicht nur Paroli bieten, sondern sie sogar unterbieten soll. Dabei muss der Kunde allerdings auch Abstriche bei der Qualität hinnehmen.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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