Das englische Marktforschungsunternehmen Datamonitor hat die "neue Relativitätstheorie" als Ergebnis seiner neuesten europäischen Studie "Impact" entdeckt. Dabei bilden die Zeit, die im Internet verbracht wird (online minutes = m) und das Vetrauen in das Medium (confidence = c) das Produkt E (= E-Commerce).
Neben dieser Formel prophezeit Datamonitor dem europäischen E-Commerce außerordentlich günstige Perspektiven. Demnach sollen bis 2004 70% aller europäischen Internet-Nutzer auch online einkaufen. Dann werde die Zahl der Online-Konsumenten von 19 Mio. in den kommenden vier Jahren auf 100 Mio. ansteigen. Der Vorsprung der USA gegenüber Europa werde weiter verringert.
Jeder dritte Deutsche (36%) - so heißt es in der Studie - habe bereits im Internet gesurft. Einen PC mit Internet-Anschluss hat dagegen bis dato nur jeder vierte. Tendenz aber weiter deutlich steiegend. Fast jeder zweite Deutsche hat zudem ein Handy, was die parallele Verbreitung von Mobile-Commerce fördern wird.
Auch die Datamonitor-Studie belegt, dass mit wachsendem Einkommen die Internet-Nutzung und das Online-Einkaufen zunimmt. Und je länger man online ist, desto stärker wird auch über das Internet eingekauft. 33% der deutschen "Onliner" würden über das Internet auch Waren bestellen, jedoch nur 12% über das Internet bezahlen (Europa: 28% bzw. 15%). Beim Offline-Bezahlen dominiert zu 80% die Rechnung/Nachnahme, zu 11% der Scheck und zu 10% die Kreditkarte, deren Nummer über Telefon weitergegeben wird.
Das Zeugnis, das die Online-Konsumenten den Online-Angeboten ausstellen bezeichnet Datamonitor-Direktor Doug Wilson als "lausig", wenn man es in Relation zu sonstigen Ansprüchen der Verbraucher setzt. Kein Wunder, denn Wilson kennzeichnet die Online-Services als "ganz am Anfang" und die Erwartungen der Kunden als "niedrig". Um ein adäquates Niveau zu erreichen, müssen sich die Online-Offerten an den realen Services orientieren. Überhaupt attestiert Wilson den traditionellen Anbietern beste Chancen im E-Commerce, weil sie alles haben, was die reinen Internet-Anbieter nicht haben: Strukturen, entsprechende Stückzahlen (und Margen), Logistik und Erfahrung. Diesen Vorteil kann die "alte Wirtschaft" aber nur ausspielen, wenn E-Commerce-Systeme eingeführt werden. Und da liegt es noch ziemlich im Argen. Wenn die Unternehmen noch länger passiv bleiben, würde die "neue Wirtschaft" ihre Trumpfkarte spielen: die Schnelligkeit.
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Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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